18. Juni 2022
Hummelsbüttel

Laut gegen Diskriminierung

Großartige Projekte am Anne-Frank-Tag des Gymnasium Hummelsbüttel

Anne

Emil, Rieke und Sarah (v.l.) präsentieren die Auszeichnung Foto: Olaf Jenjahn

HUMMELSBÜTTEL Mit einem Anne-Frank-Tag hat sich das Gymnasium Hummelsbüttel um den Namen „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beworben. Die Schüler setzten sich mit dem Leben der Anne Frank in unterschiedlichste Projekte auseinander.

Um das Label „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu erhalten, musste der überwiegende Teil der Schülerschaft dem Thementag zustimmen. Dies lag in den Händen des Schülerrates des Gymnasiums.

Alle Klassen und Profilkurse erarbeiteten auf Basis des „Tagebuch der Anne Frank“ ein Projekt, welches dann präsentiert wurde. Während die älteren Schüler ein Radiofeature entwickelten oder Podcast und Kurzfilm entstanden, brachten die jüngeren Jahrgänge Szenen aus dem Tagebuch auf die Theaterbühne oder bauten das Hinterhaus nach, in dem Anne Frank in der Zeit nach dem Auswandern der Familie in die Niederlande lebte. Die Klasse 6b hatte beispielsweise Abschnitte aus dem Buch herausgestellt und diese in kleinen Gruppen ausgearbeitet.

Aylin aus dem Organisationsteam des Aktionstages zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen: „Ich habe beobachtet, je älter die Schüler sind, umso ernster wird die Herangehensweise an das Thema.“. Ähnliche Erfahrungen macht auch Lehrerin Lotta Göken, die mit ihren Schülern einen Podcast erstellte, in dem die Fluchtrouten deutscher Nazis nach Südamerika, die so genannten „Rattenlinie“ aufgezeigt wurden. „Für die Mädchen und Jungen war dies teilweise unverständlich, dass viele NS-Größen unter der Mithilfe der US-Geheimdienste so fliehen konnten“.

Am Ende der zweistündigen Schulpräsentation wurde dem Gymnasium Hummelsbüttel der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen. Damit ist die Schule eine von 54 Einrichtungen in Hamburg, die diesen Titel tragen dürfen. „Ihr seid laut gegen Diskriminierung, das ist gut so“, zollte Christoph Berens, Landeskoordinator der Initiative, den Hummelsbüttelern Respekt. „Ich hätte nicht geglaubt, dass dieser Projekttag so eine große Vielfalt hervorbringt“, zog Rieke, die zum Initiativteam des Tages gehörte, ihr ganz persönliches Fazit. Auch ihr „Kollege“ Emil zeigte sich von der Motivation der Schüler und den coolen Projekten begeistert.

Auch wenn der Aktionstag nur ein kleines Zeichen gegen Ausgrenzung und Rassismus war, können die Initiatoren zurecht stolz darauf sein. Ein Denkanstoß ist dies allemal.

Auch interessant