16. September 2022
Fuhlsbüttel

Senat soll das Wachstum bremsen

Bündnis fordert Sofortprogramm gegen Fluglärm

Flugzeuge direkt über den Wohnungen: Gesundheitsrisiken der Anwohner sind seit Langem bekannt 

FUHLSBÜTTEL Steigende Belastungen durch Fluglärm bemängelt ein Bündnis Hamburger Umweltverbände und es fordert vom Senat ein Sofortprogramm zum Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm.

Besonders eine zunehmende Anzahl von Flügen während der gesetzlichen Nachtruhe nach 22 Uhr missachtete Regeln zum Schutz der Bevölkerung seit Aufhebung der Corona-Auflagen sei zu beobachten. „Trotz der Pläne von Politik und Flughafen gelingt es bis heute nicht, den innerstädtischen Flughafenbetrieb so zu regulieren, dass Vorschriften zum Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm eingehalten werden“, erklärt Martin Mosel. Der zweite Vorsitzende des BUND Hamburg und Sprecher im Bündnis der Initiativen und Verbände betont, dass „die Nachtruhe sowie ein rücksichtsvoller Umgang mit Nachbarn und Betroffenen am Hamburger Flughafen selbstverständlich sein müssten.“ Dagegen verfolge der Flughafen den rücksichtslosen Wachstumskurs vor Corona: zulasten der Gesundheit von Anwohnern. Das Bündnis fordert vom Se-nat ein Sofortprogramm gegen Fluglärm: Er soll die Verspätungsregel nach 23 Uhr ändern durch Aufhebung der Ausnahmegenehmigungen. Starts nach 23 Uhr seien tabu, ausgenommen medizinische Hilfsflüge, Notfälle und Flüge von Militär, Landes- und Bundespolizei.

Verspätungen etwa wegen Luftraum- oder Flughafenüberlastung seien vermeidbar, würden die Slots am Hamburger Flughafen im Betrieb von 6 bis 23 Uhr angepasst und reduziert. Auch Bahnbenutzungsregeln seien konsequent zu beachten. Der Kurs der Flughafenpolitik sei „ein existenzgefährdender Irrweg“, betont Mosel. Als Mehrheitseigner könne der Senat die Geschäftsführung des Flughafens durchaus korrigieren, um die Belastungen der Bevölkerung endlich auszuschalten. Auch nach der Fluglärmschutzkommission ist die Zahl der Flugverspätungen nach 23 Uhr am Flughafen Hamburg „viel zu hoch“.

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