30. September 2020
Fuhlsbüttel

Sanierung kann endlich starten

Baracken für Fremdarbeiter mit neuer Farbe

Abriss

WBG-Mitglieder Klaus Struck, Benno Finkelmeyer und Bernd Lange-Beck (v. l.) führen auch auf Anfrage sachkundig durch die Ausstellungen Foto: Haas

FUHLSBÜTTEL An den denkmalgeschützten Zwangsarbeiterbaracken nagt der Zahn der Zeit. Öffentliche Unterstützung für eine längst überfällige Sanierung der Gedenkstätte aus dem Krieg wurde schon Ende Januar zugesagt. Jetzt endlich kann sie starten.

Die Ehrenamtlichen der Willi-Bredel-Gesellschaft (WBG) atmen auf. Den Abriss von Hamburgs letzter Unterkunft für „Fremdarbeiter“ hatte die WBG-Geschichtswerkstatt vor über 20 Jahren verhindert. Seitdem erforscht sie Details zur Zwangsarbeit, zu persönlichen Schicksalen und inhumanen NS-Praktiken, zeigt „Geschichte zum Anfassen“ vor Ort in beeindruckenden Ausstellungen. Auch Bezirksamtschef Michael Werner-Boelz war kürzlich zu Besuch und lobte das WBG-Engagement im Gästebuch. Zum Tag des offenen Denkmals und zum Tag der Geschichtswerkstätten im September war die Gedenkstätte am Wilhelm-Raabe-Weg gut besucht.

Das Holz sei längst bestellt, je nach Wetterlage können marode Bretter und Balken ersetzt werden. „Doch eine denkmalgerechte Sanierung birgt so manche Überraschung“, erklärt WBG-Mitglied Klaus Struck. „In Absprache mit dem Denkmalschutz braucht das Holz vor dem Einbau einen Anstrich mit einer dauerelastischen Ölfarbe, die drei Wochen lang trocknen muss.“ In Herbst und Winter müssen die Malerarbeiten also in einem Zelt auf dem Barackengelände ausgeführt werden, der große Veranstaltungsraum dient dann zum Trocknen der Bretter.

Doch die Ausstellungen laufen unter geltenden Corona-Regelungen auch während der Sanierung weiter: an jedem ersten Sonntag im Monat, für Schulklassen und andere Besuchergruppen auch auf Anfrage.

Die nächste Öffnung: So, 4. Oktober, 14–17 Uhr, Wilhelm-Raabe-Weg 27, Eintritt 2 Euro

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