20. November 2021
Fuhlsbüttel

Reden statt Schweigen

Diskussionsveranstaltung Digitale Medien und unsere Psyche

Diskussion

Publikum und Podiumsrunde (v.l.: Prof. Dr. Vera King, Staatsrätin Melanie Schlotzhauer, Moderatorin Dr. Stephanie Wuensch Foto: Anne Oschatz / © Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll

WINTERHUDE/FUHLSBÜTTEL Welchen Einfluss haben digitale Medien auf soziale Beziehungen und auf unsere psychische Entwicklung? Um diese und andere Fragen ging es auf der Jahresveranstaltung „reden! statt schweigen“ der Stiftung Freundeskreis Ochsenzoll auf Kampnagel.

Die ehemalige „Tagesschau“-Sprecherin Dagmar Berghoff trug die Gedanken und Empfindungen einer depressionserfahrenen jungen Frau in Bezug auf Digitalisierung vor. Den Textbeitrag „Über Digitalisierung und Selbstoptimierung im Zeichen einer Depression“ hatte die Stiftung zuvor über einen Social-Media-Aufruf erhalten. Auf der Veranstaltung lernten sich die Verfasserin und Dagmar Berghoff persönlich kennen. Lesungen sind ein fester Programmpunkt in diesem Veranstaltungsformat und soll die Perspektive von Menschen mit einer psychischen Erkrankung auf das jeweilige Veranstaltungsthema deutlich machen. Bereits seit der Auftaktveranstaltung in 2010 trägt Dagmar Berghoff die eingereichten Erfahrungsberichte vor.

In einem Vortrag ging die Sozialpsychologin Prof. Dr. Vera King auf zentrale Fragen ein: Wie verändern sich Psyche und Kultur im Zeitalter der digitalen Medien? Welche psychischen Bedeutungen verbinden sich mit der Selbstoptimierung in digitalen Welten? Wie wirken sie sich aus auf soziale Beziehungen und individuelle Entwicklungen? Auch anhand von Beispielen aus ihren Forschungen ging es um die Voraussetzungen für psychische Entwicklungen, Verarbeitungsformen und Pathologien. Kritisch beleuchtet wurde, worin produktive Bereicherungen der digitalen Medien einerseits und Schattenseiten andererseits liegen.

In der von Dr. Stephanie Wuensch moderierten Podiumsrunde tauschten sich Staatsrätin Melanie Schlotzhauer und Prof. Vera King über die sozialen und kulturellen Auswirkungen sowie über Risiken und Chancen der Digitalisierung aus.

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