12. Januar 2023
Fuhlsbüttel

Fluglärm: Airport strapaziert Anwohner

Hamburger Senat unterstützt Wachstumskurs

BUND

Engagiert für Klima- und Lärmschutz: Martin Mosel ist Vorsitzender im Dachverband BIG-Fluglärm Hamburg und zweiter Vorsitzender des BUND Hamburg Foto: privat

FUHLSBÜTTEL Nach der Flughafen-Jahresbilanz des Senats haben nächtliche Verspätungen und die Lärmbelastung für Anwohner deutlich zugenommen, verglichen mit dem Vor-Corona-Jahr 2019.

Und das, obwohl 2022 nur etwas über zwei Drittel der Flugbewegungen stattfanden.

Betroffen vom Fluglärm seien rund 250.000 Menschen im Umfeld des Hamburger Flughafens, erklärt Martin Mosel vom Vorstand des BUND Hamburg und Vorsitzender des Dachverbands BIG-Flug-lärm Hamburg.
Trotz der Verkehrsauslastung von nur 70 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Jahr breche der Flughafen rücksichtslos alle Rekorde beim Nachtflugverkehr. „Zu den vom Senat genannten 873 Flugbewegungen nach 23 Uhr sind noch rund 35 Flüge nach 24 Uhr hinzuzurechnen“, so Mosel.

Der Flughafen strebe nach Wachstum – und zwar ohne jede Rücksicht auf die gesundheitliche Belastung der Bevölkerung. Wie berichtet, hatte der BUND mit Bürgerinitiativen bereits im Sommer 2022 Maßnahmen zur Eindämmung der Nachtflüge gefordert. „Zuständige Behörden, Politik und der Flughafen haben dies aber ebenso ignoriert wie den scharfen Appell der Hamburger Fluglärmschutzkommission (FLSK), für Abhilfe durch die Änderung der Verspätungsregelung zu sorgen.“

Entgegen seiner Lippenbekenntnisse setze der Senat mit dem Airport weiter auf Wachstumskurs. Seine Aufgabe als Mehrheitseigentümer des innerstädtischen Flughafens enthalte jedoch auch die Pflicht, die Bevölkerung vor dessen Belastungen zu schützen, mahnte Mosel.

Auch interessant