25. September 2021
Fuhlsbüttel

Eine Wiedereröffnung

Gedenkstätte zur Zwangsarbeit in Hamburg

Hütte

Die Zwangsarbeiterbaracken wurden aufwändig saniert Foto: Haas

FUHLSBÜTTEL Unweit des Flughafens stehen die letzten Baracken für Zwangsarbeiter in Hamburg. Mitglieder der Willi-Bredel-Gesellschaft (WBG) bewahrten sie vor dem Abriss. Lange dauerte die aufwändige Sanierung der inzwischen denkmalgeschützten Baracken. Jetzt wird das Informationszentrum Zwangsarbeit wieder eröffnet.

Am 12. September zum Tag des offenen Denkmals kamen geladene Gäste, unter ihnen Dorothee Martin, für die SPD im Bundestag, und Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz sowie Prof. Dr. Detlef Garbe von der Stiftung Neuengamme.

In den Baracken sind fünf Ausstellungen zu sehen: Sie zeigen Leben und individuelle Schicksale der rund 500.000 ausländischen Frauen, Männer und Kinder, die Zwangsarbeit in der Hamburger Kriegswirtschaft verrichten mussten: in rund 1000 Betrieben, im Handwerk und auf Bauernhöfen. Untergebracht waren sie in über 1100 Lagern im gesamten Stadtgebiet. Das „vergessene Lager“ am Wilhelm-Raabe-Weg wurde von der Firma Kowahl & Bruns betrieben.

Die WBG-Geschichtswerkstatt hat in umfangreichen Forschungs-arbeiten seine Historie rekonstruiert, auch die des Kriegsverbrechers Emil Bruns, der in der Nachkriegszeit als „Kriegsgewinnler“ reüssierte. Während das Lager bis 1957 als Notunterkunft für Ausgebombte und Flüchtlinge diente.

Ein neuer Film informiert jetzt über die Historie der Baracken und ihre umfassende denkmalgerechte Sanierung, der bei Besichtigungen zu sehen ist. Führungen für Gruppen und Schulklassen gibt es auf Anfrage.

Geöffnet an jedem 1. Sonntag im Monat, 14–17 Uhr Wilhelm-Raabe-Weg 23

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