9. September 2021
Fuhlsbüttel

Ein Stück Geschichte bleibt uns erhalten

Wiedereröffnung der Gedenkstätte Zwangsarbeit

Baracke

So sieht die Baracke nach ihrer Sanierung aus Foto: Haas

FUHLSBÜTTEL Unweit des Flughafens stehen die letzten Baracken für Zwangsarbeiter in Hamburg. Mitglieder der Willi-Bredel-Gesellschaft (WBG) bewahrten sie vor dem Abriss.

Lange dauerte die aufwendige Sanierung der inzwischen denkmalgeschützten Baracken. Jetzt wird das Informationszentrum Zwangsarbeit wieder eröffnet.

Am 12. September – zum Tag des offenen Denkmals – kommen geladene Gäste, unter ihnen Dorothee Martin, für die SPD im Bundestag, und Bezirksamtsleiter Michael Werner-Boelz sowie Prof. Dr. Detlef Garbe von der Stiftung Neuengamme. In den Baracken sind fünf Ausstellungen zu sehen: Sie zeigen Leben und individuelle Schicksale der rund 500.000 ausländischen Frauen, Männer und Kinder.

In rund 1000 Betrieben, im Handwerk und auf Bauernhöfen musste die Zwangsarbeit in der Kriegswirtschaft verrichtet werden. Untergebracht waren die Menschen in mehr als 1100 Lagern im gesamten Stadtgebiet. Das „vergessene Lager“ am Wilhelm-Raabe-Weg wurde von der Firma Kowahl & Bruns betrieben.

Die WBG-Geschichtswerkstatt hat in umfangreichen Forschungsarbeiten seine Historie rekonstruiert, auch die des Kriegsverbrechers Emil Bruns, der in der Nachkriegszeit als „Kriegsgewinnler“ reüssierte – während das Lager bis 1957 als Unterkunft für Ausgebombte und Flüchtlinge diente. An dessen Sanierung waren unter anderem Uwe Leps, Holger Schulze, Klaus Struck, Bernd Lange-Beck und Jürgen Pedersen beteiligt.

Ein neuer Film informiert jetzt über die Historie der Baracken und ihre umfassende, denkmalgerechte Sanierung, der bei Besichtigungen zu sehen ist. Führungen für Gruppen und Schulklassen gibt es auf Anfrage. Geöffnet an jedem ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr, Wilhelm-Raabe-Weg 23.

Sanierung
Zur Wiederherstellung mussten Wände entnommen und das Fundamet erneuert werden Repro: Haas

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