11. September 2021
Tonndorf

Polizist die Nase verdreht

Sechs Monate auf Bewährung wegen Widerstands

Symbolfoto: GettyImages

TONNDORF Luis A. (27) war nur Beifahrer. Sein Kumpel saß am Steuer. Sie fuhren durch Tonndorf. Zwei Polizeibeamte wollten das Duo überprüfen. Der Fahrer wollte türmen und baute einen Unfall.

Dass der mehrfach vorbestrafte Beifahrer nach diesem Unfall ebenfalls türmen wollte, war wohl ein Affekt. Nach ihm wurde gar nicht gesucht. Dass er aber dem Polizisten, der ihn stoppte und zu Boden rang, die Nase verdrehte und mit den Fingern in die Augen stach, das war eine absolute Dummheit. Wegen „Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte“ in Tateinheit mit Körperverletzung musste er sich deshalb vor dem Amtsgericht Wandsbek verantworten. Der Vorfall ereignete sich am 30. Juni. Nachdem der Polizeibeamte P. ihn aufforderte, stehen zu bleiben, sprang Luis A. im Bereich Rahlaukamp zunächst durch eine Hecke, drehte sich sodann unvermittelt um und erhob seine Hände in Richtung des Polizisten.

Vor Gericht gab der Angeklagte zu, dass er bei dem nun folgenden Gerangel dem Polizeibeamten in das Gesicht gegriffen, seine Finger in dessen Augen gesteckt und die Nase des Beamten verdreht hatte. Im Gegenzug habe ihm der Beamte eine Ohrfeige gegeben. Außerdem habe er eine kräftige Dosis Pfefferspray abbekommen.

„Ich wollte keine Probleme bekommen und Stress aus dem Weg gehen“, erklärte Luis A. auf die Frage der Richterin, warum er denn überhaupt getürmt sei. Den Stress und zwei Monate Untersuchungshaft handelte er sich jedoch erst durch die Flucht und den Angriff auf den Polizeibeamten ein.

Das Urteil: sechs Monate Haft auf Bewährung. Luis A. wurde nach der Verhandlung aus der Untersuchungshaft entlassen.

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