20. November 2021
Jenfeld

Vorsicht, Schusswaffen!

HSU wird „Militärischer Sicherheitsbereich“

Eingangsbereich der Helmut-Schmidt-Universität am Holstenhofweg Foto: Jenssen

JENFELD Am Zaun der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) werden bald im Abstand von 50 Metern Schilder mit der Aufschrift: „Militärischer Sicherheitsbereich – Fotografieren verboten – Vorsicht Schusswaffen­gebrauch“ zu lesen sein.

Eine neue Vorschrift, denn die Hamburger Universität der Bundeswehr wird „Militärischer Sicherheitsbereich“. Das wurde bereits 2018 vom Verteidigungsministerium entschieden. Die Arbeiten, um die Uni unter militärischen Schutz zu stellen, haben begonnen. Das bedeutet: Künftig wird das Gelände von Sicherheits­kräften bewacht und kontrolliert. Die Einrichtung einer Waffenkammer auf dem Gelände der Uni mit entsprechenden Sicherungsmaßnahmen wird notwendig.

Der Zugang zum Campus am Holstenhofweg wird für Zivilisten, die dort nicht studieren, schwieriger. Sie müssen sich vor einem Besuch an der Uni telefonisch anmelden. Vor allem beliebt bei Bücherfreunden ist die Bibliothek der Universität, die einen hervorragenden Ruf genießt und einen Bestand von über 700.000 Büchern verwaltet. Wer die Bibliothek künftig besuchen möchte, braucht einen Bibliotheksausweis.

Dass die HSU ein offener Teil des Stadtteils Jenfeld bleiben soll, dafür setzen sich die Mitglieder von der Fraktion Die Linke ein. Im Kerngebietsausschuss forderten sie: Die Bezirksversammlung solle sich gegen die Pläne aussprechen. Die Linke wies darauf hin, dass sich viele Mitarbeiter der HSU wie auch die Stadtteilkonferenz Jenfeld gegen die Umwandlung in einen „Militärischen Sicherheitsbereich“ ausgesprochen hätten. Der Antrag wurde von der AfD unterstützt. SPD und Grüne lehnten den Antrag ab. Die CDU enthielt sich.

Dietmar Strey, Sprecher der Uni, hatte zuvor schon vor politischen Gremien erklärt, dass die Universität die Folgen der Umwandlung möglichst niedrigschwellig halten wolle. Warum das Verteidigungsministerium die Umwandlung verfügte, bleibt Geheimsache.

Eingangsbereich der Helmut-Schmidt-Universität am
Holstenhofweg Foto: Jenssen

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