30. April 2022
Jenfeld

Mobilitätswende oder Dauerstau?

Stadtteilkonferenz diskutiert über Umbau Rodigallee

Die Rodigallee in Jenfeld und Marienthal wird umgebaut Foto: rg

JENFELD Bei der ersten Präsenzveranstaltung seit langer Zeit stand gleich ein schweres Thema auf der Tagesordnung. Zwei Vertreter des Landesbetriebes Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) erläuterten die Pläne für die Rodigallee und standen den Mitgliedern der Stadtteilkonferenz Jenfeld Rede und Antwort.

Die Planung reicht von der Jüthornstraße in Marienthal bis zur Barsbütteler Straße in Jenfeld, insgesamt 3,3 Kilometer. Ziel sei nicht nur die Beseitigung von Schäden, sondern auch der Umbau im Sinne der Mobilitätswende: 80 Prozent aller Verkehre sollen 2030 mit ÖPNV, Fahrrad oder zu Fuß erfolgen.

Konkret heißt das: Die Rodigallee soll künftig nur noch eine statt zwei Fahrspuren je Richtung haben, die Radwege werden teils auf der Fahrbahn ausgebaut und es wird stadteinwärts eine Sonderspur für Busse geben. Wie der LSBG weiter erklärte, soll so das Busangebot attraktiver werden.

Alleecharakter

Der Radverkehr wird meist auf der Gehwegseite an den Haltestellen vorbeigeführt. Insgesamt sollen rund
80 Prozent der Parkplätze an der Rodigallee erhalten bleiben. Bäume werden kaum gefällt. Es werden sogar zusätzlich neue gepflanzt, um den Charakter einer Allee wieder herzustellen. Mitte 2023 sollen die Umbauarbeiten in der Rodigallee beginnen, Ende 2025 alles fertig sein.

Bei den Mitgliedern der Stadtteilkonferenz kamen die Pläne nicht gut an. Bereits jetzt gebe es zu den Stoßzeiten lange Rückstaus, dies werde durch den Rückbau zweier Fahrspuren noch schlimmer werden, wurde argumentiert. Das aber bedeute eine zusätzliche Belastung der Anwohner durch Abgabe, ein Desaster drohe. An den Haltestellen drohten Konflikte zwischen Radfahrern und Fahrgästen, die ein- oder aussteigen. Es wird für Autofahrer länger dauern, antwortete der LSBG. Man setze darauf, dass nach einer Übergangsphase weniger PKW genutzt würden. Die Planung sei im Übrigen fast fertig. Anregungen müssten in den kommenden zwei Wochen erfolgen.

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