14. Mai 2022
Jenfeld

Maud von Ossietzky wird ebenfalls geehrt

Schild für die Frau des Friedensnobelpreisträgers

Durch eine Zuwidmung soll der Straßenname in Jenfeld künftig an das Ehepaar Carl und Maud von Ossietzky erinnern Fotos: sim

JENFELD Eine Straße in Jenfeld erinnert an den Friedensnobelpreisträger. Mit einer sogenannten Zuwidmung bei der Straßenbenennung soll auch seine Ehefrau Maud von Ossietzky wertgeschätzt werden.

Der Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek der Bezirksversammlung hat jetzt einen Beschluss vom Oktober 2021 korrigiert, in dem um die Benennung einer Straße im Bezirk Wandsbek nach Maud von Ossietzky (1888-1974) gebeten wurde.

Sie war die Ehefrau des Friedensnobelpreisträgers Carl von Ossietzky (1889-1938), der in Hamburg geboren wurde und aufgewachsen ist. Es gehe nicht um die Neubenennung einer Straße im Bezirk, sondern um eine Zuwidmung der bestehenden Ossietzkystraße in Jenfeld, erklärte Ingo Freund (SPD) auf der jüngsten Sitzung. Der Regionalausschuss hat einen entsprechenden Beschluss verabschiedet, dabei den Fehler korrigiert.

Die Abgeordneten unterstützen damit eine Eingabe, in der eine Zuwidmung der Ossietzkystraße vorgeschlagen wird. Nach Angaben von Ingo Freund steht der Regionalausschuss dem Anliegen grundsätzlich positiv gegenüber. Die Anbringung eines Zusatzschildes mit Angaben zu Maud von Ossietzky am vorhandenden Straßenschild sei ebenso vorstellbar.

Der Petent, der auf den Fehler in der Beschlussfassung vom Oktober 2021 aufmerksam machte, hat sich eigenen Angaben zufolge intensiv mit der Biographie von Maud und Carl von Ossietzky beschäftigt. Die Ehefrau bemühte sich nach dem Tod des Publizisten, der als Gegner des Nationalsozialismus an den Folgen der KZ-Haft gestorben ist, sehr um seinen Nachlass und hatte die 1905 erstmals herausgegebene „Weltbühne“ nach dem Zweiten Weltkrieg in Ost-Berlin wieder mitgegründet.

Die Zeitschrift war von 1927 bis 1933 von ihrem Ehemann herausgegeben worden. Beide haben einen Bezug zu Hamburg. Das Bezirksamt Wandsbek hatte den Beschluss vom Oktober 2021 wörtlich genommen und zuletzt im März 2022 mit einer anstehenden Straßenbenennung in Bergstedt den Namen Maud von Ossietzky vorgeschlagen, teilte des Bezirksamt auf Anfrage des Wochenblattes mit. Der Regionalausschuss Walddörfer habe sich jedoch für einen anderen Namensvorschlag entschieden.

Das Bezirksamt macht darauf aufmerksam, dass bei Annahme des Straßennamens durch die Bezirksversammlung „das Prozedere von der Prüfung durch das Staatsarchiv bis hin zur Veröffentlichung im Amtlichen Anzeiger sowie zur Aufstellung der Straßennamen- und Erläuterungsschilder vor Ort einige Zeit in Anspruch nimmt“.

Foto: sim

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