7. Januar 2023
Jenfeld

Jenfeld-Haus-Leiter nimmt seinen Hut

Olaf Schweppe-Rother geht nach zwölf Jahren

Olaf Schweppe-Rother verlässt ein gut bestelltes Kulturhaus Foto: je

JENFELD Am 31. Januar, nach zwölfeinhalb Jahren Dienst für die Kultur Jenfelds wird Olaf Schweppe-Rother sein Amt als Leiter des Jenfeld-Hauses niederlegen.

Im Jenfeld-Haus wurde in den vergangenen Jahren jede Menge Musik gemacht. Schließlich bekam das Jenfelder Kulturzentrum sogar ein eigenes Orchester, das Orchester des Jenfeld-Hauses.

Großartige Konzerte fanden statt. Gegründet wurde das Orchester vor zwölf Jahren von Olaf Schweppe-Rother, der das Haus seit dem 1. Juni 2010 leitet.
Zuvor war der Sohn des bekannten Wandsbeker Musikers Joachim Schweppe für die Gestaltung des musikalischen Programms im Schloss Agathenburg bei Stade zuständig. Es war ein krasser Wechsel aus dem vornehmen Schloss in das Hamburger Problemviertel. Eine Herausforderung, die Olaf Schweppe-Rother mit Bravour bewältigte. Das Jenfeld-Haus ist in Hamburg zu einer kulturellen Institution geworden. Die Summe der Veranstaltungen ist gewaltig. Neben den musikalischen Programmen gab es Lesungen, Ausstellungen Theateraufführungen, Gesundheitskurse, Programme für Sprachförderung, Bastelkurse, Frühstück für Senioren und vieles mehr.

In den ersten Jahren seiner Leitung im Jenfeld-Haus stieg die Besucherzahl von 40 000 auf 70 000 im Jahr. „Es gab eine Menge von Projekten, die das Jenfeld-Haus in die Wege geleitet hat. Nicht alles war erfolgreich“, sagt Olaf Schweppe-Rother.

Zermürbend die Corona-Zeit in der die reduzierte Zahl der Mitarbeiter im Jenfeld-Haus auch noch auf die Einhaltung der Coronaregeln achten musste. Olaf Schweppe-Rother: „Ich bin dünnhäutiger geworden. War mit meinen Leistungen nicht mehr einverstanden“. Dazu kam das mühselige Geschäft, für neue Projekte und die Erhaltung und Verschönerung des Hauses immer wieder neue Gelder eintreiben zu müssen. Dafür mussten immer mehr Anträge gestellt und haufenweise Formulare ausgefüllt werden. Zeit, die für die kreative Arbeit fehlte. Die staatliche Förderung für das Jenfeld-Haus beträgt jährlich rund 330 000 Euro.

Manchmal kam es zu Knatsch mit den Behörden. Als eine Wand am Jenfeld-Haus für ein Graffiti des Hamburger Künstlers „Brozilla“ für die kürzlich gegründete „Jenfeld-Galerie“ neu grundiert werden musste, erklärte ein Behördenmitarbeiter: „So lange es bei euch nicht rein regnet, machen wir gar nichts!“

„Das ärgerte“, sagt Olaf Schweppe-Rother, „aber es wurde schließlich von einer anderen Seite genehmigt. Im Großen und Ganzen hatten wir ein gutes Miteinader mit den Behörden.“ Die Jenfeld-Galerie, angeregt von dem Schriftsteller Nils Mohl, soll bald mit weiteren Graffiti-Bildern an Hauswänden ausgeweitet werden.

Traurig macht den Leiter des Jenfeld-Hauses das Scheitern des Pilotprojekts „Himmelsstürmer“ das sich um die Förderung künstlerisch begabter Kinder kümmerte. Einige Eltern stellten sich quer, verboten ihren Kindern die Teilnahme. Es gab Streit und Tränen.

Ein Abschiedskonzert findet am Dienstag, 31. Januar, statt. Ab 19.30 Uhr werden Werke von Humperdinck, Bizet, Prokofjew und Morricone gespielt. Eintritt 7.-/5.- Euro.

„Ich hinterlasse das Haus in einem guten Zustand“, sagt Olaf Schweppe-Rother. „Was bleibt sind schöne Erinnerungen und die Freundschaft zu vielen tollen Menschen in Jenfeld.“

Olaf Schweppe-Rother steht vor dem Eingang zum Jenfeld-Haus Foto: je

Auch interessant