5. November 2022
Jenfeld

„In Jenfeld bin ich genau richtig“

Tobias Lucht engagiert sich in der Friedenskirche

Tobias Lucht vor der Arche in Jenfeld Foto: Je

JENFELD Zu der Aktion „My Way“ der Friedenskirche stellt das Wochenblatt Menschen aus Jenfeld vor, die ihren Weg in die christliche Gemeinschaft gefunden haben: Im dritten und letzten Teil schildert Tobias Lucht seinen Weg in die Friedenskirchen-Gemeinde.

Der Weg von Tobias Lucht (43), leitender Sozialpädagoge der Arche, führte über Zwickau (Sachsen), Pennsylvania (USA) und Stuttgart nach Jenfeld. Aufgewachsenen bei Zwickau begann er zunächst eine kaufmännische Ausbildung. Doch dann lernte er während eines freiwilligen Dienstes in den Vereinigten Staaten Kinder kennen, die am Rande der Gesellschaft lebten. Es war für ihn der Anstoß, sich ganz der Sozialarbeit zu widmen.

Stuttgart war seine erste Station als Sozialarbeiter in Deutschland. Dort hörte er von den christlichen Sozialprojekten der Arche in Berlin. Er bewarb sich um Arbeit bei der Kinderstiftung und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Noch während der Reise in die Bundeshauptstadt fand seine Frau Doreen: „Ich finde Berlin gar nicht so toll. Hamburg wäre mir schon lieber!“

Die Fügung: In Berlin wurde dem Ehepaar gesagt: „Hier ist nichts frei – aber versuchen Sie es in Hamburg. Die Friedenskirche Jenfeld möchte, dass dort eine neue Arche aufgebaut wird!“

Die Herausforderung: Schon zwei Tage nach Eröffnung erwarteten 190 Kinder Hilfe und Geborgenheit von den zunächst nur drei Arche-Mitarbeitern. Tobias Lucht: „Da wurde uns klar: Hier sind wir richtig!“

Das ist 17 Jahre her. Seitdem wurden in Hamburg zwei weitere Arche-Projekt gegründet, in Billstedt und in Harburg. Es arbeiten inzwischen 65 haupt- und 74 ehrenamtliche Mitarbeiter für die Arche. Rund 1300 Kinder werden bei Hausaufgaben und Freizeitgestaltung unterstützt sowie mit kostenlosen Mahlzeiten versorgt.

Über seinen Nachbarn, die Gemeinde der Friedenskirche, sagt Tobias Lucht: „Für meine Familie und mich ist die Gemeinde ein Anker, der uns Halt gibt. Hier können wir immer wieder auftanken.“ Das Ehepaar hat sich u. a. einem Hauskreis der Gemeinde angeschlossen. Er besteht aus vier Ehepaaren und einer weiteren Mutter. Lucht: „Es ist ein Kreis, in dem man gemeinsam mit Jesus unterwegs ist. Als wir, nachdem wir ein Kind verloren hatten, in einer großen Krise steckten, waren die anderen für uns da. Sie gaben uns Trost und beteten für uns.“

An der „My Way“-Woche, die die Gemeinde der Friedenskirche zur Zeit veranstaltet, nimmt Tobias Lucht an zwei Abenden teil. Er wird einen Jenfelder Vater begleiten.

Bei den My Way-Treffen sollen die Teilnehmer bei einem guten Essen in gemütlicher Atmosphäre neue Perspektiven auf die eigene Geschichte und die eigene Zukunft gewinnen. Tobias Lucht hofft, dass der Mann, den er begleiten wird, und der viel Not erfahren hat, neue Kontakte zu zuverlässigen Menschen bekommt.

Besonders Kinder brauchen verlässliche Partner. Und als ein verlässlicher Partner, vor allem für die Kinder, möchte Tobias Lucht in Jenfeld bleiben. Er sagt: „Wir wurden als Familie von Gott hierher berufen. Und wir wollen hier bleiben!“

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