29. Oktober 2022
Jenfeld

Hitlers Elitetruppe? Mythos Fallschirmjäger

Eine Ausstellung in der Helmut-Schmidt-Universität über die „inszenierten Helden“

Fallschirmjäger beim „Sprung in die Festung Holland“ im Mai 1940 Foto: © Bayerische Staatsbibliothek München / Bildarchiv

JENFELD/WANDSBEK Sie kommt von Dresden nach Hamburg. Die Ausstellung: „Hitlers Elitetruppe? Mythos Fallschirmjäger“. Es ist eine Ausstellung, die nachdenklich macht.

Sie widmet sich der Aufklärung von Mythen über die Fallschirmjäger und ihrem Ruf als „unüberwindliche Fronttruppe“ der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Konzipiert wurde die Ausstellung von dem aus Lübeck stammenden Historiker Dr. Magnus Pahl im Auftrag des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr Dresden.
Den Kern der Schau bilden 22 Plakate, die in vier Bereichen den Aufbau, die Schlachten um Kreta und Monte Cassino sowie deren Nachwirkungen vermitteln. Jeder Bereich widmet sich zudem beispielhaft einem in der NS-Propaganda auf besondere Weise „inszenierten Helden“.

Das Besondere an der Ausstellung, die jetzt in der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität /Universität der Bundeswehr am Holstenhofweg 85 zu sehen ist: Sie wird untermalt von Schriftstücken, Büchern und Bildern, die aus dem Bestand der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität stammen. Zusammengestellt wurde die Ausstellung von Sabine Grimm, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Bibliothek.

Die wichtigsten Akzente beziehen sich auf die Einsätze der „Elitetruppen“ bei dem Angriff auf Kreta 1941 und bei der Verteidigung von Monte Cassino 1944, wobei sich die deutschen Soldaten lange Zeit gegen eine Übermacht der alliierten Truppen durchsetzen konnte. Um die „Elitetruppe“ rankten sich zahlreiche Legenden. Doch beide Schlachten waren bei genauer Betrachtung keine Ruhmesblätter für die deutschen Generäle.

Beim Sturm auf Kreta, 20. Mai 1941, waren von den 10.000 morgens abgesetzten deutschen Fallschirmjägern am Abend nur noch 6000 kampffähig. Furchtbar für die getöteten und verletzten Soldaten und ein grausamer Schmerz für die Familien der jungen Männer.

Berichtet wird auch über den Einsatz von Max Schmeling, der bei den Fallschirmjägern diente und auf Kreta verletzt wurde. Der berühmte Boxer ließ sich von den Nationalsozialisten nicht als „Kriegsheld“ missbrauchen.

Die Ausstellung wird bis zum 31. März 2023 gezeigt Öffnungszeiten: Mo–Do, 9–16 Uhr, Fr 9–14 Uhr. An Feiertagen und vom 27. bis 30. Dezember ist die Ausstellung geschlossen

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