5. November 2022
Jenfeld

Die Jenfeld-Galerie ist eröffnet

Dem ersten Graffiti sollen weitere folgen

Das riesige Gemälde am Jenfeld Haus von „Brozilla“, der eigentlich Gerrit Fischer heißt Foto: Je

JENFELD Der erste Schritt ist getan; ein monumentaler Schritt. Mit einem Riesengemälde an der Außenfassade des Jenfeld-Hauses ist die Jenfeld-Galerie eröffnet worden. Eine „Freiluft-Galerie“, die sich in einigen Jahren durch den ganzen Stadtteil ziehen soll.

Das gewaltige Graffiti am Jenfeld-Haus stammt von dem Hamburger Künstler „Brozilla“. Die dort gezeigten Gesichter sind eine Collage von Menschen aus Jenfeld. Grundlage für das Graffiti-Werk waren Porträtfotos der Fotografin Monika Wolff. Sie hatte Menschen aus dem Stadtteil angesprochen, Jenfelder, die damit einverstanden waren, der Kunst mit ihren Porträts zu dienen.

Die Jenfeld-Galerie ist eine Initiative vom Jenfeld-Haus und Partner/innen. Sie wird gefördert durch die Stadt und das Bezirksamt Wandsbek mit RISE (Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung).

„Wir wollen aus Jenfeld eine Galerie gestalten, die Jenfeld-Galerie. Wir wollen, dass sich etwas bewegt, dass die Menschen aufgefordert sind, hinzuschauen, ihre Umgebung wieder wahrzunehmen. Raus aus der Lethargie. Wir schaffen das, indem wir Impulse setzen. Und wir wollen groß denken“, heißt es in einem Statement der Initiatoren.
Jenfelder mit Ideen

In Jenfeld gibt es viel, was es nicht gibt, zum Beispiel gibt es kein Gymnasium, kein Museum und keine Buchhandlung. Aber es gibt Menschen mit Ideen. So war es eine Idee des in Jenfeld lebenden Autors Nils Mohl, die Fassadenkunst zum Diskussionsthema zu erheben.

Eine Idee, die von Olaf Schweppe-Rother, dem Leiter des Jenfeld-Hauses aufgegriffen wurde. Er sagt: „Gute Projekte entstehen heute in Netzwerken. Die Jenfeld-Galerie passt hervorragend in das RISE-Programm, mit dem der Hamburger Senat den Zusammenhalt in der Stadt stärken und die Lebensqualität in den Quartieren verbessern will“

Inspiriert wurde das Projekt durch den New Yorker Stadtteil Bushwick. Dort entwickelte sich durch die Straßenkunst aus einem verarmten und ziemlich trostlosen Ort ein angesagtes Szenequartier. Ähnlich könnte auch in Jenfeld ein Prozess angestoßen werden, der neue Blickachsen entstehen lässt.

Nils Mohl hofft, dass das Vorhaben Kreise ziehen wird, und dass bald mehr Hauswände freigegeben werden, damit die Jenfeld-Galerie weiter in den Stadtteil hineinwachsen kann.

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