30. April 2022
Jenfeld

Bangen um die blaue Brücke

RISE-Programm Erste Projekte werden umgesetzt

Die blaue Brücke ist vom Abriss bedroht Foto: Jenssen

JENFELD Viele Gespräche haben in den vergangenen zwei Jahren stattgefunden.Es wurden sogar Brötchentüten eingesetzt, um die Einwohner von Jenfeld aufzufordern, sich mit Ideen an der Neugestaltung des Jenfelder Zentrums zu beteiligen.

Noch bis Ende 2026 profitieren die Jenfelder von der Förderung durch das „Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung“ (RISE). Die ersten Ergebnisse, die in Diskussionen im Jenfeld-Haus, in der Gläsernen Werkstatt sowie bei Rundgängen durch den Stadtteil erarbeitet wurden, werden jetzt in die Tat umgesetzt.

Moorpark

Los geht es im Jenfelder Moorpark. Der beliebte Park für Spaziergänger soll in den kommenden Monaten vor allem für Kinder und Jugendliche noch anziehender gestaltet werden.
Die Kleinkinder bekommen den Vortritt. Für sie soll in den nächsten Wochen ein Naturpfad angelegt und neue Spielgeräte (u.a. eine Moorbahn mit Lore, Klettergeräte und ein Bagger) aufgebaut werden. „Die Kinder sollen möglichst naturnah unterwegs sein“, sagt Daniel Boedecker von der Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft (steg), einer der Mitarbeiter der „Gläsernen Werkstatt“ im Jenfelder EKZ.
Danach kommen die Jugendlichen an die Reihe. Für sie soll der Fußballplatz im Moorpark neu gestaltet werden. Außerdem sollen die Jugendlich schöne Anlagen für Basketball, Roll- und Rasensport bekommen. Das Konzept wurde mit Schülern der Otto-Hahn-Schule erarbeitet.

Galerie Jenfeld

In den Startlöchern steht auch das Projekt „Galerie Jenfeld“, eine Idee die von dem Jenfelder Schriftsteller Nils Mohl und Olaf Schweppe-Rother, Leiter des Jenfeld-Hauses, entwickelt wurde. Vorbild ist der Stadtteil Bushwick im Norden des New Yorker Stadtbezirks Brooklyn. Die Graffiti-Kunst verhalf dem New Yorker Stadtteil zu einem enormen Ansehen. Einen ähnlichen Effekt erhoffen sich die RISE-Planer auch für Jenfeld. Wichtig wäre es, dass sich möglichst viele Hausbesitzer Jenfelds diesem Projekt anschließen. Sie mögen sich bitte melden in der „Gläsernen Werkstatt“ oder im Jenfeld-Haus. Einfach hatten es die Stadtentwickler in den vergangenen Jahren nicht. Bedingt durch die Pandemie konnten viele Diskussionen nur online stattfinden. Durchschnittlich wurden die Gesprächsrunden von 25 Jenfeldern besucht. Boedecker: „Auf Instagram haben wir weitere 250 Follower“.

Bis 2026 stehen noch viele wichtige Themen an. Vor allem die Umgestaltung des EKZ. Viele Jenfelder hoffen auf die Ansiedlung von weiteren großen Ladenketten im direkten Zentrumsgebiet. Die Wege im Umfeld des EKZ sollen attraktiver werden. Es soll dort auch eine Joggingstrecke angelegt werden.

Außerdem sollen im Zentrum Jenfelds Stolperfallen entfernt und Blühwiesen angelegt werden. Über die mögliche Umgestaltung des Einkaufzentrums soll bald mit dem Eigentümer gesprochen werden, dem auch das gegenüberliegende Park-und Wohnhaus gehört. Die stillgelegten Parkflächen in diesem Haus könnten für andere Zwecke genutzt werden. Auch über einen möglichen Abriss der „Blauen Brücke“, die das EKZ mit dem Nachbarhaus verbindet, muss gesprochen werden, denn die Brücke ist stark sanierungsbedürftig. Der Eigentümer muss vermutlich viel Geld investieren, wenn dieses Wahrzeichen von Jenfeld erhalten bleiben soll.

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