7. Oktober 2020
Ausgabe Jenfeld

Garagen oder Wohnungen?

SAGA-Pläne stoßen auf Widerstand

HOHENHORST/JENFELD Es ist der klassische Interessenkonflikt: In Hamburg warten viele Menschen dringend auf neue, bezahlbare Wohnungen. Doch Bauflächen sind rar, und die Nachverdichtung gefällt nicht immer den Menschen, die bereits in den Quartieren wohnen.

So ist es auch an der Schöneberger Straße 32. Hier befindet sich ein Parkplatz mit Garagen. Die sind Baujahr 1959, und das sieht man ihnen auch an. Die Mieter der Garagen bekamen zum 30. September von der Saga die Kündigung. „Wir haben hier jahrzehntelang gezahlt, jetzt werden wir rausgeworfen“, ärgert sich Anwohner K.G. (Name ist der Redaktion bekannt).
Er hat Unterschriften gesammelt, Kontakt zu Bürgerschaftsabgeordneten von CDU und SPD aufgenommen und eine Petition verfasst. „Wir wehren uns gegen den Abriss der Garagen. Die Saga sollte sie besser sanieren oder neu bauen“, sagt der verärgerte Mieter.

Denn seine Garage sei noch „tipptopp“, sagt er. Im gesamten Quartier gebe es erhebliche Parkprobleme, Autos würden teils auf dem Rasen abgestellt. Vielleicht könne wenigstens ein Teil der alten Garagen erhalten werden. K. G. sorgt sich aber auch um sein Umfeld insgesamt: Es sei schon eng und dicht besiedelt, eine Nachverdichtung sei deshalb unlogisch.
Die Saga verweist darauf, dass der Bezirk Wandsbek den Bauplatz ausgesucht habe. Stellplätze zu überbauen sei durchaus üblich. Geplant sind 55 Wohnungen in zwei fünfgeschossigen Blocks mit Tiefgarage.

Der Mieter habe eine neue Garage bekommen, alle Betroffenen seien informiert worden. Er habe nur das Kündigungsschreiben bekommen, sagt dagegen K. G.: „Wir wollen unser Umfeld erhalten. Und wir wollen mitreden, mit der Saga an einem Tisch sitzen.“

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