6. November 2021
Ausgabe Horn

„Schulklotz“ nervt Nachbarn schon jetzt

100-Millionen-Euro-Neubau wird größer und höher

Brekelbaums Park wirkt fast verträumt Foto: Timm

BORGFELDE Schulen gibt es hier schon, eine soll aber abgerissen und neu gebaut werden. Die Nachbarschaft ist schon jetzt verärgert.

Hier in Brekelbaums Park ist es ruhig. Herbstlaub deckt die kleine Straße, es sind nur wenig Leute unterwegs. Von den nahen Verkehrsachsen Eiffe- und Borgfelder Landstraße ist nichts zu hören.
In einem der Häuser gegenüber der Schulen wohnt Hans-Joachim Drefs mit seiner Frau Diann und Nachbarin Gisela Kock. Sie berichten, gegenüber der Drefs’schen Wohnung soll die bestehende Berufsschule abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, der sieben Meter höher als das Wohnhaus sein wird, in dem die Borgfelder leben.

An die 20-mal wendet Drefs sich vergeblich an Schulbau Hamburg (SBH). Schließlich versucht er, den Aufsichtsratsvorsitzenden – Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) – einzuschalten. Dessen Büro reicht Drefs’ Brief an Schulbau Hamburg weiter.

Mitte September folgt dann eine Informationsveranstaltung. Nur zufällig finden Drefs und seine Nachbarn Aushänge, die zu der Veranstaltung einladen. Verteilte Handzettel erreichten sie nicht.
An dem Abend heißt es, der Neubau werde 22 Meter lang und sieben Meter höher als die Wohnhäuser. Dabei habe man sich an der jenseits der Eiffestraße liegenden Haspa orientiert. „Der Architekt“, erinnert sich Drefs, „war entsetzt.“

Sprecher Claas Ricker von der Finanzbehörde bestätigt die Darstellungen zumindest teilweise. Demnach soll die Schule 30 mal 45 mal 19 Meter umfassen; der Neubau werde ein Geschoss mehr als die Wohnbebauung haben und sechs Meter höher sein. Abriss- und Bauanträge gebe es noch nicht. Das Gebäude, als Berufsschule mit Mensa genutzt, soll rund 102 Millionen Euro kosten. Der Kontakt zur Nachbarschaft sei „bewusst erst nach konkreten Vorgaben und in Abstimmung mit der Oberbaudirektion und dem Bezirk“ gesucht worden, „um konkrete Aussagen und Antworten geben zu können“.

Ricker bestätigt, zur erwähnten Informationsveranstaltung seien 750 Handzettel verteilt worden, die Website der SBH informiere über den Projektverlauf.

Gute Miene zum bösen Spiel: Das Ehepaar Drefs und Nachbarin Gisela Kock (vorne) sind nachhaltig verärgert
Fotos: Timm

Auch interessant