14. Januar 2023
Rothenburgsort

Zehn Millionen Euro für „Brückenschlag“

Arbeiten an 140-Meter-Bau beginnen in Kürze

So soll die neue Brücke nach ihrer Fertigstellung aussehen Grafik: sbp / gmp

ROTHENBURGSORT Noch im Januar sollen die Arbeiten für eine kombinierte Fahrradfahrer- und Fußgängerbrücke starten, die Rothenburgsort und die Hafencity besser miteinander verbinden könnte.

„Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“ – Willy Brandts Satz aus einem Rundfunkinterview, gemünzt auf die Vereinigung Deutschlands, könnte glatt auch für die Hafencity und Rothenburgsort gelten. Für immerhin zehn Millionen Euro soll „eine neue Brücke Entenwerder“ entstehen, die knapp 140 Meter lang und sieben Meter breit geplant ist. Auf zwei, 75 Meter auseinanderliegenden Stützen wird das Bauwerk über das Wasser führen.

Verbunden werden die östliche Hafencity und Entenwerder, letztere ein Kleinod mit Grün, vielen Bäumen und Kneipen am Rand der Großstadt. Das Projekt, schreibt der Senat in einer Mitteilung, sei Teil des „Stadteingangs Elbbrücken“, Bauherrin ist die Billebogen Entwicklungsgesellschaft (BBEG), zu den beteiligten Architekturbüros gehört auch Gerkan, Marg und Partner (gmp). Prof. Volkwin Marg hatte zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Henning Voscherau (SPD) das Projekt Hafencity vorangetrieben.

Zu den Bauvorbereitungen gehört, dass an der Ostspitze der Hafencity Mitte des Monats 45 Bäume gefällt werden. BBEG-Sprecherin Susanne Bühler zufolge sind diese so sehr mit der Uferbefestigung verbunden, dass sie nicht umgesetzt werden können. Dafür soll an der heutigen Uferzone ein rund 1,6 Hektar großer „Park Zweibrücken“ mit etwa 40 Bäumen angelegt werden. Weitere 30 sind an der Zweibrückenstraße vorgesehen. Die neu gepflanzten Bäume, erläutert Bühler, werden fünf bis sieben Meter hoch sein und eine Krone von bis zu drei Metern Durchmesser haben. Zuvor werden sie zehn bis 15 Jahre in einer Baumschule kultiviert.

Laut Mitteilung hat die Bürgerschaft noch im Dezember zehn Millionen Euro für den Brückenbau beschlossen. Das Bauwerk wird – so der Plan – Ende 2025 fertig sein und eine durchgängige Radfahr- und Wanderverbindung von der Innenstadt bis in die Vier- und Marschlande herstellen.
Und Willy Brandt? Manche sagen ja, das Zusammenwachsen der beiden Teildeutschlands sei nicht so gelungen. Die Brückenpläne erinnern immerhin auch an eine Jahre zurückliegende Diskussion in der die Rothenburgsorter ein Gymnasium für ihren Stadtteil forderten und Schulsenator Ties Rabe (SPD) sie auf die Hafencity verwies.

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