28. Mai 2022
Rothenburgsort

Sturmflut und „Gezeitenwende“

Offener Workshop zur Musical-Produktion und zur Klimasituation

In den tiefergelegenen Kleingartensiedlungen Wilhelmsburgs kamen die meisten Menschen ums Leben Foto: HAN-Archiv

ROTHENBURGSORT Zu einem offenen Workshop zur Musical-Produktion „Gezeitenwende“ lädt das Haus der Jugend Rothenburgsort ein.

Im Februar 1962 brach eine schwere Sturmflut von der Nordsee her über Hamburg herein, bei der Hunderte Menschen ihr Leben oder ihre Habe verloren. Das Wasser zerstörte dabei vor allem die Wohnungen derer, die in den tiefergelegenen Gebieten wie Wilhelmsburg lebten. Es waren oftmals Menschen, die im Zweiten Weltkrieg ihr Heim in den Bombennächten verloren hatten, die in Behelfsheimen, Gartenhütten, lebten und die nun ein weiteres Mal in wenigen Jahren vor dem Nichts standen.

Das herzzerreißende Interview eines Mannes, der weinend erklärt, er habe nun keine Lust mehr nochmal von Null anzufangen, war eine der Kernszenen bei der Entwicklung der Handlung zum Musical „Gezeitenwende“. Diese geht auf die historische Tatsache der Sturmflut zurück, wenn auch die konkrete Story des Musicals von Mario Stork und Dirk Schattner frei erfunden ist.

„Das war bestimmt nicht die letzte Sturmflut“ sagt Alicia, eine der Protagonistinnen des Musicals, eine junge Frau aus dem Jahr 2022 mit Blick auf die Hamburger Sturmflut 1962. Dieser Satz wird, mit steigenden Meeresspiegeln und abschmelzenden Polkappen, schon heute spürbar Realität.

Ausgehend vom 60. Jahrestag der Sturmflut und der ersten Präsentation der „Gezeitenwende“ – ein Projekt des Vereins Wirklichmacher und Skycradle – gibt’s nun einen offenen Workshop. Hier geben die Fridays-for-Future-Aktivistin Sunna Niebuhr und Darsteller des Musicals Einblicke in die Musical-Produktion. Viel mehr noch aber öffnen sie den Blick auf die aktuelle Klima-Situation und die wissenschaftlichen Hintergründe. Die Teilnehmenden sollen insbesondere für ihre eigene Rolle und Betroffenheit in dem oftmals als abstrakt empfundenen globalen Geschehen sensibilisiert werden.

Sa., 28. Mai, 15 Uhr, Eintritt frei, Haus der Jugend, Rothenburgsort, Billhorner Deich 55

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