9. Juli 2022
Rothenburgsort

Stadtteilleben auf 370 Quadratmetern

Haus der Jugend Rothenburgsort startet nach langer Bauphase und Corona wieder voll durch

Kicker

das Leitungsteam mit Katharina Schröder (r.) und Hermann Teiner sowie Honorarkraft Francin Bodmann sind froh, wieder richtig durchstarten zu können Foto: Grell

ROTHENBURGSORT Schon ein halbes Jahr nach der großen Eröffnung im Haus der Jugend (HdJ) am Billhorner Deich in Rothenburgsort musste die Einrichtung wegen Corona wieder geschlossen werden. „Ab Mai hatten wir dann aber eine Regelung mit verschiedenen Gruppen und festen Nutzungszeiten“, erinnert Hermann Teiner, der das Haus zusammen mit Katharina Schröder leitet, die schwierigen Zeiten. Ab sofort seien nun aber alle Einschränkungen gekippt und „wir starten nun richtig durch“.

Das bedeute auch, dass Familien, die das Haus für eine Geburtstagsfeier oder ein anderes Fest mieten möchten, nun endlich die Räume wieder buchen können. Während der Pandemie hätten viele Angebote online stattgefunden, „was mit dem persönlichen Kontakt natürlich überhaupt nicht zu vergleichen ist“, bestätigt auch Katharina Schröder, die regelmäßig die vielen Termine im Haus koordiniert und damit nicht nur kreativen und sportlichen Kursen für Jugendliche die Türen öffnet, sondern auch Sport für Senioren und Elterngruppen ins Haus holt.

Die Sozialarbeiter Hermann Teiner und Katharina Schröder können dabei auf ein Team aus Honorarkräften und Ehrenamtlichen zählen und den Kids eine „professionell unterstützte Freizeitgestaltung“ anbieten. Besonders beliebt sei etwa der Freitagabend bei Tom, der von 18 bis 22 Uhr in der Sporthalle Bewegung anbietet. Etwa 100 Stammnutzer kämen in der Woche ins HdJ, darunter die meisten Kids bis 14 Jahre. „Das liegt daran, dass wir in Rothenburgsort leider keine weiterführende Schule haben“, bedauert Teiner. Die neue Kletterwand und ein Basketballkorb sollen nun aber auch ältere Jugendliche anlocken, denn im HdJ „lernt man eben Leute kennen und kann chillen oder an einem der kostenlosen Angebote teilnehmen“.

Genutzt wird das Haus fast die ganze Woche über durchgehend, mal für Hausaufgabenbetreuung, dann für ein Kochevent oder eine Malgruppe, eine Klassenfeier oder einfach nur zum Abhängen mit Freunden. „Wir könnten gut noch einen Anbau gebrauchen“, träumt das Team, dem ein Raum zum Zurückziehen fehle. Die offene Bauweise sei zwar super, doch „wenn unten Sport stattfindet und oben eine Sitzung, dann passt das nicht optimal zusammen.“

Insgesamt sei das Haus aber ein Glücksfall für das Quartier, der kein eigenes Stadtteilzentrum hat und hier ein Haus mit 370 Quardatmetern und eigener Küche nutzen kann. Nach sieben Jahren Bauzeit, in die auch der Raub der gesamten Kupferkabel fiel, seien die Kids im Stadtteil froh, wieder ihr HdJ besuchen zu können. Fazit der Jugendlichen: „Ohne das HdJ geht hier gar nichts.“

Rothenburgsort, Billhorner Deich 55, T 714 088 08, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 16–19 Uhr

Gebäude
Das Haus der Jugend eröffnete kurz vor der Corona-Pandemie nach rund sieben Jahren Bauzeit Foto: Grell

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