6. November 2021
Rothenburgsort

Mit Baustelle war es besser

VHH-Bus hält nun nicht mehr „vor der Haustür“

Brigitte Garcia ist auf gute Busverbindungen angewiesen und hofft auf transparentere Informationen Fotos: Grell

ROTHENBURGSORT Einmal in der Woche muss die Rentnerin Brigitte Garcia, die direkt am Rothenburgsorter Marktplatz wohnt, zum Reha-Sport zur Burgstraße. Bisher nahm sie dann die Buslinie 130, die nun plötzlich nicht mehr bei ihr vor der Haustür abfährt.

Christina Sluge, Sprecherin der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), hat dafür eine logische Erklärung: Die Linie 130 fährt jetzt wieder ihren ursprünglichen Linienweg, nachdem sie wegen Bauarbeiten und einer Einbahnstraßenreglung an der Billstraße, über den Billhorner Röhrendamm und Billhorner Deich umgeleitet wurde.“ Für die Zeit der Umleitung habe der Bus dann auch die Haltestelle Rothenburgsorter Marktplatz angefahren.

Für Garcia stellt das ein unübersichtliches Fahrplan-Chaos dar, denn sie ist auf die Busse direkt vor der Tür angewiesen. Nachbarn wie sie, die mit einem Rollator unterwegs seien, hätten das Nachsehen, wenn Busse willkürlich umgeleitet werden. „Für Menschen wie mich ist jede Haltestelle elementar und der Weg zur nächsten oft unüberwindbar“, bedauert die Rentnerin. Da auch die S-Bahn-Station gerade umgebaut wird, muss Garcia jetzt immer den Bus nehmen, der sie bisher direkt vom Rothenburgsorter Marktplatz zur Burgstraße gebracht hat. Das sei optimal gewesen und habe nur 20 Minuten gedauert. „Die Fahrt wird für mich jetzt zum Abenteuer“, ärgert sich Garcia, die seit Jahrzehnten im Stadtteil wohnt und meint, dass Rothenburgsort immer schon etwas von den Verkehrsanbindungen abgeschnitten im Osten vergessen wurde.

Mit dem Bus ist Garcia nun am ersten Tag, an dem der 130er nicht mehr durchgehend zur Burgstraße fuhr, bis zum Hauptbahnhof gefahren und dort in die U-Bahn umgestiegen. „Schöner ist es, wenn man einfach sitzen bleiben und weiterfahren kann“, so die Rothenburgsorterin, die betont, dass viele ältere Menschen im Quartier wohnen. Vor allem auch die Billerhuder Insel, auf der es keine Bahnanbindung gibt, brauche ein geregeltes Busnetz. Ein großes Handicap sei aber auch, „dass noch lange nicht alle Stationen mit einem Fahrstuhl ausgestattet sind.“

Garcia wünscht sich von den Planern der Busverbindungen direktere Verbindungen und vor allem mehr Transparenz bei den Umleitungen: „Wir bekommen das doch gar nicht alles mit.“

Rothenburgsort hat viele Busverbindungen aufgrund der Baustelle Foto: Grell

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