31. Dezember 2022
Rothenburgsort

Ein kühner Blick in die ferne Zukunft

Bebauungsplan Rothenburgsort 20 mit Perspektiven für die kommenden Jahrzehnte

Die Rahmenplanung zum Stadteingang Elbbrücken/Billhorner Brückenstraße aus der Vogelperspektive Grafik: Moka-Studio GbR, Hamburg

ROTHENBURGSORT Der Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung Mitte hat in seiner Dezem-bersitzung den Beschluss über die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens „neben“ dem zukünftigen Elbtower einstimmig ge-fasst. Es geht um Projekte, die die nächsten zwei bis drei Jahrzehnte bestimmen werden.

Es sind fünf ziemlich eng bedruckte DIN-A4-Seiten, Anlagen kommen noch dazu. Die Sprache dieser Beschlussvorlage ist noch nüchterner als andere Papiere aus der Bezirksversammlung. Der Kern: Das Gebiet zwischen der Billhorner Brückenstraße, den Güterbahntrassen, dem Billhorner Mühlenweg und dem Oberhafenkanal bekommt mit einem neuen Bebauungsplan „Rothenburgsort 20“ Perspektiven für die nächsten zwei bis drei Jahrzehnte. Im besten Fall könnten die heute noch sichtbaren Wunden der Bombardements von 1943 geschlossen werden. Achtung: Der so genannte Elbtower, ein nicht unumstrittenes Hochhaus, gehört nicht zum Plangebiet.

Was sind neue Perspektiven? Die bisherigen, riesigen Verkehrsflächen im Westen sollen neu geordnet beziehungsweise zurückgebaut werden. Teil des Plans ist auch, den Alster-Elbe-Grünzug zwischen den Güterbahntrassen und der Elbe vorzubereiten. Häufig ist in solchen Plänen von der Absicht zu lesen, neue „Stadtqualitäten“ zu schaffen – so auch hier. Wasserflächen sollen öffentlich zugänglich sein, Gewerbe und Wohnen sind ebenfalls vorgesehen.

Es gibt zwei Varianten: Die erste sieht eine Aufstockung des so genannten Mercedes-Hochhauses um vier Etagen vor, die zweite will keine Erhöhung. Eins der großen Probleme des Viertels sind Immissionen: große Straßen und die Eisenbahn spielen dabei die Hauptrollen. An der Eisenbahn und der Billhorner Brückenstraße wird im Bebauungsplan Wohnen ausgeschlossen; das gilt auch für das Mercedes-Hochhaus. Wo der Lärm es erlaube, würden „urbane Gebiete festgesetzt“. Der Wohnanteil könne dort variieren, Gewerbe soll verträglich integriert werden. Im Bebauungsplanentwurf ist außerdem von weiteren Parks und mehr Spielmöglichkeiten für Kinder (auch für größere) die Rede.

Zunächst müssen Leitungen verlegt werden

Südlich der Bahntrasse soll neu gebaut werden, dabei könnte auch ein neuer, ruhiger Platz entstehen. Autos werden laut Plan weitgehend in Tiefgaragen untergebracht.
So schnell werden Bauarbeiten allerdings nicht beginnen – einer der Gründe: Über mehrere Jahre müssen Leitungen verlegt werden, um Straßen bebauen zu können, diese Arbeiten scheinen um einiges komplexer zu werden als bei anderen Projekten. Wie es 2023 weitergeht, bleibt abzuwarten.

Auch interessant