18. September 2021
Horn

Wenn der Helfer zum Falschparker wird

Strafzettel für Menschen, die unterstützen wollen

Inge Flake will sich nicht damit abfinden, dass Freunde mit Strafzetteln bedacht werden Foto: fbt

HORN Die wegen der U-Bahn-Großbaustelle angespannte Parksituation rund um die Rudolf-Roß-Allee trifft auch Inge Flake, die nicht mehr selbst einkaufen kann.

Die pensionierte Beamtin muss eine Gehhilfe benutzen, um an die Wohnungstür zu kommen. Sie hat unzählige Operationen hinter und weitere vor sich und inzwischen Pflegegrad 2: „Ich bin auf Hilfe angewiesen“, sagt sie.

Seitdem durch die Rudolf-Roß-Allee der umgeleitete Bus fährt, hat sie Streit. Freunde, die Flake mit Lebensmitteln versorgen, kassieren Parktickets von der Polizei – zuletzt im Januar. Eine 88-jährige Helferin lädt die Einkäufe extra vom Auto aufs Fahrrad, um eine Verwarnung zu verhindern – und ist „prompt gestürzt“.

Alle Versuche, an der Klemme etwas zu ändern, haben bislang nichts gebracht. Flake hat mit Polizisten gesprochen, die sie aufsuchten, sich an Bürgermeister Peter Tschentscher und Abgeordnete gewandt – geschehen ist nichts.

Polizeisprecher Daniel Ritterskamp sagt auf Anfrage, die Polizisten wüssten nicht, was sich hinter falsch geparkten Autos verberge. Er bestätigt, dass es einen Ermessensspielraum gebe – der Beamte also auf eine Verwarnung verzichten kann. Das muss laut Ritterskamp aber im Einzelfall entschieden werden. Auch eine Statistik darüber, ob vergleichbare Fälle existierten, gebe es nicht: Die Verwarnungen würden nur an die Bußgeldstelle weiter geleitet.

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