3. Juli 2021
Horn

Sportplatzbau wird drastisch teurer

Snitgerreihe Planänderungen sind praktisch unmöglich

Die Sportanlage Snitgerreihe wird dringend gebraucht Foto: Timm

HORN Innerhalb von zwei Jahren haben sich die Kostenschätzungen für den Umbau der Sportanlage Snitgerreihe von 4,1 Millionen auf 6,3 Millionen Euro erhöht. In der Bezirksversammlung stimmten die Abgeordneten den neuen Zahlen zu.

Offiziell ist der Sportplatz neben der Stadtteilschule gesperrt, aber der Zaun neben dem Eingang fehlt. Eigentlich sollen hier Bauleute anrücken und die Anlage kräftig umgestalten: Den Rahmen gibt ein „Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Städtebauförderung“, Geld dafür soll vom Bund kommen.
Aber es wird teurer als angenommen. Um das zu verstehen, müsste man Fachmann sein: Seit den ersten Kostenplanungen 2019 bis Februar 2021 habe der Baupreisindex eine Steigerung von 6,5 Prozent vorgesehen, dem müsse Rechnung getragen werden, heißt es in dem Beschluss.

Und dann wird es kompliziert: Der Bund erkenne „Kostenvarianzen auf Basis der Drucksache ,Kostenstabiles Bauen‘ nicht an“. Gemeint ist ein knapp 30 Seiten starkes Papier der Bürgerschaft aus dem Jahr 2015, mit der auf Kritik an Kostensteigerungen reagiert werden sollte. Nun haben die Planer den Bezirksabgeordneten Pläne vorgelegt, die Preissteigerungen und Zuschläge von 20 Prozent enthalten. So soll vermieden werden, dass Mehrkosten von Hamburg getragen werden müssen.

Aber es wird auch in anderer Hinsicht teurer. Ein geplantes, neu zu bauendes Multifunktionsgebäude „ist bisher zu gering kalkuliert“ worden. Die Verwendung einer bundesweiten Planungskostendatenbank führte offensichtlich dazu, dass das Haus eine Million Euro mehr kostet. Nicht berücksichtigt worden seien Planungskosten für das Haus: noch einmal eine halbe Million Euro. Schließlich: Derzeit wird Holz drastisch teurer, ,sodass beim Teil Sportfunktionsgebäude mit pauschal 50 Prozent Mehrkosten gerechnet wird. Abschläge vom Projektumfang seien „nicht mehr möglich, da hierdurch die Gesamtförderung des Projektes gefährdet wird“.

 

DieSchluss mit der Kungelei
Idee der Grünen in Hamburg-Mitte, für mehr Transparenz und Beteiligung zu sorgen, ist begrüßenswert – nicht nur, weil während der Pandemie allzu viel hinter verschlossenen Türen entschieden wurde. Schon lange fühlen sich die Bürger in Hamburg-Mitte immer wieder hinters Licht geführt, wenn einerseits das Zustandekommen von Entscheidungen nicht offengelegt und Bürgerbeteiligung „nicht vorgesehen“ wird, andererseits einmal getroffene Entscheidungen schlicht unter den Tisch fallen.
Beim Sportplatzprojekt an der Snitgerreihe könnte man mal anfangen mit der Transparenz. Die Begründung, warum das Bauwerk drastisch teurer wird, versteht kein Mensch. Man ahnt allenfalls, dass hier und da entscheidende Dinge beim ersten Rechnen einfach vergessen wurden. Nebenan in der Stadtteilschule wird sehnlichst auf die fertige Anlage gewartet. Die Schule will sich weiter dem Stadtteil öffnen – das ist mehr als naheliegend. Kungelei ist da kontraproduktiv.
Das gilt generell für die Politik. Die Leute in der Bezirksversammlung wollen miteinander reden, was transparenter gemacht werden kann. Das ist eine gute Idee. Vielleicht kann man ja mal an der Snitgerreihe kicken gehen, bevor gebaut wird, und den Nachbarn die Pläne erklären?

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