22. Mai 2021
Horn

Spliedtring kein Parkparadies

Können eine Einbahnstraße oder Anwohnerparken helfen?

Im Spliedtring sind Parkplätze oft knapp Foto: Timm

HORN Der Spliedtring ist eine typische Wohnstraße im Stadtteil. Sie wirkt recht friedlich, wenn man tagsüber hindurchläuft, aber der Schein trügt.

Eigentlich ist es wie überall: Im Spliedtring leben viele Menschen, die ein Auto haben. Sie nutzen Parkplätze längs des Bürgersteigs oder Parkbuchten. Transporterfahrer Ali Abdallah manövriert sein Fahrzeug rückwärts in eine solche hinein. Er bestätigt, dass Parkplätze fehlen.

Um die Ecke ist eine Baustelle. Sie nimmt gar nicht einmal besonders viel Platz weg, aber es stehen eine Menge Halteverbotsschilder herum, die eigentlichen Arbeiten laufen offensichtlich etwas im Hintergrund.

Dian Diaman, stellvertretender FDP-Fraktionschef in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, berichtet, durch Bauarbeiten der Saga seien Anfang des Jahres 100 Parkplätze weggefallen. Es gebe aggressive Auseinandersetzungen mit Anwohnern, die auf Parkplatzsuche seien, Parken im Halteverbot, auf Grünstreifen und versperrte Rettungswege.

Damian hat das Thema im Quartiersbeirat Horner Geest besprochen, der einen Antrag gestellt hat, dieser lag nun in der Mai-Sitzung der Bezirksversammlung zur Bestätigung vor. In dem Papier wird auch für den Dietzweg die Einbahnstraßenregelung gefordert. Und es solle geprüft werden, ob sich das Gebiet für Bewohnerparken eigne. Begrüßt wurde, dass sich die Saga bereit erklärt habe, sich an „kreativen und pragmatischen Lösungen“ für die Bewohner zu beteiligen.

 

Weiter denken

Was haben die Pagenfelder Straße, die Parkplatznot in Dietzweg und Spliedtring miteinander zu tun?
Erstens: Verkehr ist ein Reizthema. Je mehr schneller gefahren wird und Parkplätze wegfallen, um so heftiger fällt der Ärger aus.
Zweitens: Beide Themen sind vom Bau der U4 betroffen, die mit erschreckender Härte durch Horn „geprügelt“ wird. Umleitungen ohne Ende führen zusätzlich zu Unmut und Aggressionen.
Drittens: Progressive Verkehrspolitiker fordern zu recht, dass sich (nicht nur) Hamburg vom Dogma der autogerechten Stadt verabschieden muss. Aber: Es gibt nach wie vor viele, die auf den eigenen fahrbaren Untersatz angewiesen sind und die Autos lösen sich nicht einfach in Luft auf.
Was also tun? Der Fuß muss runter vom Gas, Diplomatie und die demokratische Lust am besten Kompromiss bleiben angesagt. Übrigens: Hier wie dort ist das fußgestützte Flanieren durch das Quartier anregend und interessant. Kann man immer mal probieren.

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