9. Januar 2021
Horn

Schüsse in Billstedt

Polizei findet Waffen und Munition

Anderes Bild: Der Oststeinbeker Weg ist zugleich Durchgangs- und Wohnstraße Foto: Timm

BILLSTEDT Der Oststeinbeker Weg ist eigentlich eine ziemlich friedliche Gegend. Doch am ersten Wochenende des Neuen Jahres war es mit der Ruhe erst einmal vorbei.

Der erste Hinweis, dass etwas passiert sein musste, fand sich auf einem sozialen Netzwerk: Es sei auf ein Schild und ein Haus geschossen, Waffen, Munition und Schwarzpulver gefunden worden, das Sondereinsatzkommando (SEK) alarmiert, hieß es in einem Posting, das am Sonnabend vor einer Woche 54 Mal mit „Gefällt mir“ markiert war.

Polizeisprecher Florian Abbenseth: „Ein Zeuge hatte am Neujahrstag ein offenbar frisches Einschussloch in einem Verkehrsschild im Bereich Oststeinbeker Weg/Schümannweg festgestellt und daraufhin die Polizei verständigt.“ Billstedter Polizisten hätten bei der Überprüfung insgesamt fünf Einschusslöcher festgestellt, vier seien älter gewesen. Die Häuser in der Nachbarschaft wurden ebenfalls untersucht, die Beamten fanden „eine Kerbe in einem Holzfenster, die von einem Projektil verursacht worden sein könnte“.
Haftgründe lagen
nicht vor

Erste Ermittlungen ließen laut Abbenseth einen 52-jährigen in den Fokus der Polizei rücken. „Gegen ihn war in der Vergangenheit schon einmal wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt worden“, so Abbenseth. Daraufhin sei ein Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des Mannes erwirkt worden. Bevor Spezialbeamte eine „Zugangssicherung“ anwendeten, habe der mutmaßliche Schütze das Haus verlassen und wurde von der Polizei gestellt. „Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung wurden mehrere Revolver und Munition entdeckt und sichergestellt.“ Der Tatverdächtige sei „mangels Haftgründen“ auf freiem Fuß verblieben, „die weiteren Ermittlungen gegen ihn dauern an“.
Oberstaatsanwältin Nana Frombach erklärt dem Hamburger Wochenblatt, dass es im Fall der Waffenfunde eine Anzeige aus dem vergangenen Jahr gegeben habe. Die Ermittlungen seien kurz vor dem Abschluss, ein früheres Verfahren eingestellt worden. Auch nach Darstellung der Oberstaatsanwältin lagen keine Haftgründe gegen den 52-jährigen vor.

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