22. April 2020
Horn

Katholiken beten jetzt gemeinsam

Neue Pfarrei mit 18.000 Mitgliedern – Partner selbst gesucht

Pater Matthias Rojek mit der Festschrift Fotos: Timm

HORN/HAMM/STEILSHOOP Vier katholische Gemeinden schließen sich am 26. April zu einer neuen zusammen. Das Gebiet ist riesig und reicht von Steilshoop über Barmbek bis nach Horn. Das entsprechende Fest soll am 4. Oktober nachgeholt werden.

Im katholischen Erzbistum Hamburg läuft seit ein paar Jahren ein Prozess, bei dem sogenannte Pastorale Räume entstehen. So ein Gebilde ist der Zusammenschluss mehrerer Gemeinden. Am Sonntag, 26. April, wird aus St. Franziskus (Barmbek), St. Johannis (Steilshoop), St. Olaf (Horn) und Herz Jesu (Hamm) die neue Pfarrei St. Franziskus. Das eigentliche Fest soll nach Angaben von Gemeindepfarrer Pater Matthias Rojek am 4. Oktober nachgeholt werden.

Walter Mahr ist Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Franziskus und St. Johannis: „Wir sind schon länger zusammen.“ Dass es in Sachen Pastorale Räume unter katholischen Christen Unruhe gegeben hat, weiß Mahr, sagt aber: „Bei uns war das ein bisschen anders.“ Auf einer Konferenz vor fünf Jahren sei den Steilshoopern ein Zusammengehen mit Winterhude vorgeschlagen worden, das habe aber nicht gepasst. Also schauten sich die Katholiken selbst um und stießen darauf, dass die Gemeinden in Horn und Hamm noch keine Partner hatten: „Das könnten passen“, erinnert sich Mahr, die Sozialstruktur sei schließlich ähnlich. Es habe im Erzbistum für Erstaunen gesorgt, dass man sich selbst gekümmert hatte, so Mahr.

Pater Matthias Rojek (OFMConv), der ein Franziskaner-Minoriten-Mönch ist und sich mit zwei weiteren Brüdern (einer ist Küster und Hausmeister, die anderen ebenfalls katholische Pfarrer) um die neue Gemeinde kümmern wird, ergänzt, zu der neuen St. Franziskus-Gemeinde seien auch noch mehr als 700 Christen von St. Sophien (Barmbek) und St. Josef (Wandsbek) gestoßen, damit ein zusammenhängendes Gemeindegebiet entsteht. Zu der neuen Pfarrei werden 18.000 Katholiken gehören.

Der Prozess bis zur heutigen Gemeindefusion hat laut Rojek vor vier Jahren begonnen, die Beteiligten seien „von Anfang an einverstanden“ gewesen. Rojek betont, eine „ganz große Mannschaft“ habe auf den 26. April hin gearbeitet.

Verantwortlich für sechs Messen

Im Gemeindesaal von St. Olaf – ein Bau nach Plänen von Lothar Kreiz aus den 1960er-Jahren – betont der Pater, die neue Gemeinde sei „auf jeden Fall“ auf dem Weg ins 21. Jahrhundert – und zieht im Gespräch schon mal lässig sein Handy aus einer Tasche seiner Kutte. Die Franziskaner-Minoriten kümmern sich seit 26 Jahren um die Gemeinde, zusammen mit seinen Brüdern wird Rojek in der neuen Pfarrei für sechs Messen verantwortlich sein. Für die Zukunft seiner Pfarrei seien viele neue Projekte und Modelle entwickelt worden – sie werden in einer Festbroschüre aus Anlass der Fusion vorgestellt. „Solange wir noch nichts schließen“, so Rojek, werde es keine Unruhe geben. Sein Kalender, sagt der Theologe, werde „komplett ausgefüllt“, die Personalabteilung im Erzbistum betreue die „knapp 30 Pfarrer, die so große Pfarreien leiten“.

Während der Corona-bedingten Schließung werde nicht pausiert, „es passiert ziemlich viel“. Rojek hat mit seinen Leuten den Gemeinderaum renoviert – Tische, Stühle und Lampen erneuert: „Alles wartet auf die neue Zeit.“

Auch interessant