3. Juli 2021
Horn

Horner Moor geht das Wasser aus

Bautätigkeiten wohl nicht der Grund. Es fehlt einfach der Niederschlag

Der Wasserstand im Horner Moor sinkt weiter. Anwohner hoffen auf eine Lösung der Behörden Foto: Grell

HORN Das Horner Moor mit dem idyllisch gelegenen kleinen See ist bei Anwohnern beliebt, und jeden Tag gehen dort Nachbarn mit ihren Hunden spazieren oder nutzen die Bänke mit Blick aufs Wasser zum Entspannen. Immer wieder fällt dabei der sinkende Wasserspiegel ins Auge. Die Spaziergänger machen sich große Sorgen und fragen sich nach den Ursachen für das fehlende Wasser im See.

Während einige bereits die Vermutung erwägen, der sinkende Wasserspiegel könne mit der U-4-Baustelle und den damit verbundenen Absenkungen des Grundwassers zu tun haben, machen andere den heißen Sommer und den Klimawandel verantwortlich. Die Umweltbehörde hat dazu jetzt mit der Hochbahn, Hamburg Wasser und Bezirks-
amt Mitte gesprochen.

Nach Grundwassermessungen gehe man aber zurzeit davon aus, „dass weder die Bautätigkeiten von Hamburg Wasser noch die der Hochbahn etwas mit dem Wasserstand im Horner Moor zu tun haben“, sagt Behördensprecher Björn Marzahn. Der Wasserstand sei schon mindestens seit dem vergangenen Sommer sehr niedrig, zu einer Zeit, als durch die Hochbahn noch gar keine Grundwasser-Absenkungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Eine weitere Messung konnte zudem nachweisen, dass das Horner Moor gar nicht vom Grundwasser, sondern durch Niederschläge gespeist wird. Die Hochbahn beginne jetzt erst Ende 2022 mit weiteren Grundwasserabsenkungen.

„Der aktuell niedrige Wasserstand ist nach unserer Einschätzung mit zu wenig Niederschlägen und der erhöhten Temperaturen der vergangenen Jahre zu erklären“, so die Vermutung der Umweltbehörde. Auch die Hochbahn hält die aktuellen Leitungsverlegungen für die U4-Verlängerung nicht für den niedrigen Wasserstand des Horner Moors verantwortlich.

„Mögliche Auswirkungen wurden bereits geprüft“, betont Lena Steinat von der Hochbahn: „Die Ergebnisse konnten keinen Zusammenhang nachweisen.“ Trotzdem wollen sich alle jetzt noch einmal an einen Tisch setzen und über eine Verbesserung des Wasserstandes im Horner Moor nachdenken. „Man hat schon Angst, bald den Grund zu sehen“, so eine Spziergängerin.

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