23. September 2020
Horn

Gotteshaus mit wechselvoller Geschichte

Dankeskirche feiert 125-jähriges Bestehen. Ausstellung, Vortrag und Festgottesdienst

Die „neue“ Dankeskirche, im Vordergrund Pastorin Marie-Luise Krüger Fotos: Fraude/Kirchenarchiv

HAMM „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die Zukünftige suchen wir“ (Hebräer 13,14) – dieser aus ihrer Gründungsurkunde stammende Bibelvers spiegelt die wechselvolle Geschichte der an der Süderstraße im südlichen Hamm gelegenen ev.-luth. Dankeskirche wider, die zum Erntedankfest am 4. Oktober 125 Jahre alt wird.

Die Einladung zu den bereits am vergangenen Wochenende begonnenen Jubiläumsfeierlichkeiten hebt die für die Kirche so wichtigen Daten hervor. 1895: Das Jahr der Einweihung; 1943: Die Kirche brennt beim „Feuersturm“ über dem Hamburger Osten völlig aus; 1974: Ein neues Gebäude mit direkt angebautem Pastorat wird eingeweiht; 2020: Jubiläum und die gleichzeitige Perspektive, dass dieser gemeindliche Standort aufgegeben wird. Dafür soll jener bei der Dreifaltigkeitskirche im Norden als Zentrum der Hammer Kirchengemeinde ausgebaut werden.

Die alte Dankeskirche stand noch an der Ecke Kreuzbrook, einen halben Kilometer weiter stadteinwärts. Sie bot 500 Menschen Platz, der durch die steigende Bevölkerungszahl hier auch gebraucht wurde. Weil der erste Pastor Friedrich-Wilhelm Werner seine Lebenserinnerungen aufschrieb, weiß man auch über ihn, dass er immer den Menschen von „Unten-Hamm“ zugetan war, wo im Gegensatz zum großbürgerlichen „Oben-Hamm“ viele Arbeiterfamilien wohnten.

Nach dem Krieg begann auf dem Trümmergrundstück allmählich wieder das kirchliche Leben – mit viel weniger Menschen, da es keine dichte Besiedelung mehr gab. Die improvisierten Räume wurden 1963 durch einen Behelfsbau abgelöst, nachdem die Gemeinde ein Grundstück am jetzigen Standort gekauft hatte. Dieser verschwand erst zum 100-jährigen Bestehen 1995, als ein neues Gemeindehaus eingeweiht wurde. In die Altarwand des jetzigen Gebäudes sind vier rote Steine in Kreuzform eingelassen, die Pastor Horst Lütten 1973 noch aus der Ruine der alten Kirche gerettet hatte.

„Unser heutiger Schwerpunkt ist die Stadtteilarbeit im Sinne eines attraktiven und lebenswerten Quartiers“, berichtet die seit 21 Jahre in der Dankeskirche tätige Pastorin Marie-Luise Krüger. Man lade zu Festen, Veranstaltungen und Projekten ein und sei seit 2007 Kooperationspartnerin im Nachbarschaftszentrum „Elbschloss an der Bille“ sowie im Quartiersbeirat tätig. Auch unter den neuen gemeindlichen Bedingungen sollen „Ankerpunkte“ erhalten bleiben, die für den Süden des Stadtteils wichtig sind.

Termine
‰Mittwoch, 30. September, 19 Uhr:
Abend zur Geschichte (südliches Hamm und alte Dankeskirche) mit Michael Braun,
Stadtteilarchiv Hamm, Dreifaltigkeitskirche, Horner Weg 2
‰Donnerstag/Freitag, 1./2. Oktober, jeweils 16 – 20 Uhr, Sonnabend, 3. Oktober (10 – 14 Uhr),
Fotoausstellung zur Geschichte der Dankeskirche, Dankeskirche, Süderstraße 321.
‰Sonntag, 4. Oktober, 10 Uhr, (Digitaler)
Festgottesdienst zum Jubiläum mit Pröpstin Astrid Kleist und den Pastor/-innen der Gemeinde,
Übertragung auf www.hammer-kirche.de sowie im Saal des Gemeindehauses,
Horner Weg 17 (dort begrenzte Teilnehmendenzahl,
Anmeldung bis zum 2. Oktober unter Telefon219 012 10

Die Dankeskirche um 1900, die damals noch an der Süderstraße/Ecke Kreuzbrook stand

Auch interessant