2. September 2020
Horn

Eine neues Großquartier „An der Rotbuche“ entsteht

200 Neubauwohnungen werden für 46 Millionen Euro gebaut. Dafür musste ein Komplex von 1939 weichen

Eine Visualisierung zeigt, wie das neue Großquartier in Horn nach seiner in zwei Jahren geplanten Fertigstellung aussehen wird Illustration: Winking Froh Architekten GmbH

HAMM/HORN 77 Jahre nach dem „Feuersturm“ über Hamburgs Osten konnte dieses Bild schlimme Assoziationen wecken: Am Grundstücksdreieck Sievekingsallee, Horner Weg und Bei den Zelten wurde ein ganzer – 1939 entstandener und 1950 wiederaufgebauter – Häuserblock abgerissen.

Der genossenschaftliche Wohnungsverein Hamburg von 1902 befand diesen als nicht mehr sanierungsfähig, nachdem auch erhebliche Baumängel festgestellt worden waren. Bis voraussichtlich August 2022 sollen auf 8600 Quadratmetern 200 Neubauwohnungen entstehen, davon rund 150 öffentlich gefördert. Die Ein- bis Vierzimmerwohnungen mit einer Größe von 35 bis 105 Quadratmetern werden barrierefrei und mit einem Aufzug zu erreichen sein.

Der Vorstand des Wohnungsvereins, Holger Fehrmann, sprach von einem „gigantischen Projekt“: „Wir schaffen durch die verschiedenen Wohnungsgrößen und die unterschiedlichen Finanzierungsformen ein sozial durchmischtes Quartier mit hoher Lebensqualität.“

Auch eine Tiefgarage, welche 75 Pkw und mehr als 450 Fahrräder fasst, sowie zwei Gewerbeeinheiten sind geplant: Eine Einheit wird an Lars Scholz, Inhaber von LS Altbausanierung, vermietet, die zweite an die Stiftung Rauhes Haus. Alle bisherigen Mieter, zu denen auch Scholz gehört, verfügen über ein Rückzugsrecht, erhalten also die Möglichkeit, nach Fertigstellung in den Neubau zurückzukehren. Man habe, so der Wohnungsverein, das Versprechen eingelöst, sich um jeden Fall individuell zu kümmern – die meisten der mehr als 150 Mieter sind jetzt in sehr nahen Stadtteilen untergekommen, manche aber auch bewusst oder aus persönlichen Gründen in ganz andere Regionen gezogen.

Vor dem Projektstart wurden Architekturbüros zu einem Wettbewerb geladen unter bewusster Berücksichtigung der „großen Rotbuche am Kopf des Grundstücks“. Als Gewinner ging der Entwurf von Winking Froh Architekten hervor. Für das attraktive Projekt in Horn investiert der Wohnungsverein – ohne Grundstückskosten – insgesamt 46 Millionen Euro.

 

Im Juli ragte nur noch ein einzelner Häusereingang am Horner Weg aus den Trümmern des abgerissenen Wohnkomplexes hervor Foto: Fraude

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