25. September 2021
Horn

2026 kommt der Abrissbagger?

Kita-Neubau für 1,6 Millionen Euro darf nur fünf Jahre genutzt werden

An der Speckenreye entsteht der Neubau, der eventuell nach fünf Jahren wieder abgerissen werden könnte Foto: Grell

HORN An der Speckenreye entsteht in der Grünanlage ein Ersatzbau für 1,6 Millionen Euro für die Kita an der U-Bahn-Station Horner Rennbahn – aber nur für fünf Jahre.

Grund dafür sind die hohen Belastungen für die Kids durch Lärm und Staub an der Baustelle zur Verlängerung der U4 in Richtung Horner Geest. In etwas weniger als einem Jahr sollen die Kinder zusammen mit ihren Erziehern dann in das neue Gebäude umziehen und nach Abschluss der Bauarbeiten an der U-Bahn im Jahr 2026 wieder an ihren alten Standort zurückkehren.

Das freut die Kita, die sehr unter der Baustelle an der Horner Rennbahn leidet und sich schon viel früher den Ersatzbau gewünscht hätte. Die Situation ärgert nun die Anwohner der Speckenreye, die ein Stück ihrer Grünfläche verlieren und ebenfalls den Lärm der Kita-Baustelle in Kauf nehmen müssen. „Wir finden es absolut kurios, dass ein Gebäude nur für fünf Jahre erstellt wird und dann eventuell wieder abgerissen werden soll“, wundert sich Jörg Köhler, ein betroffener Anwohner. „Die Fläche ist im Bebauungsplan als öffentliche Grünfläche ausgewiesen“, betont Josefina Kordys, Sprecherin vom Bezirksamt Mitte, was dann bedeute, dass auf der Fläche kein Baurecht für Kindertagesstätten bestehe. Für den Ersatzbau war deshalb eine massive planungsrechtliche Befreiung nötig, die nur eine temporäre Nutzung und einen anschließenden kompletten Rückbau vorsieht, damit die Fläche wie festgesetzt „der Öffentlichkeit wieder als Grünfläche zur Verfügung steht“.

Aus Gründen der Nachhaltigkeit könnte es aber auch gut möglich sein, dass sich die Stadt, von der das Gebäude gepachtet wird, im Anschluss Gedanken zu einer weiteren Nutzung macht. „Was erst einmal steht, könnte ja auch weiterverwertet werden. Darüber entscheidet dann aber ausschließlich die Stadt“, betont Hochbahn-Sprecherin Lena Steinat, die auch betont, dass sobald die Tunnelarbeiten für die Verlängerung der U4 im Bereich der Kita starten, diese bereits umgezogen sein wird und bis dahin die Kita-Räume, aus Sicht der Hochbahn, nutzbar seien.

An der Speckenreye musste jetzt für die Baustelle in der Grünanlage eine Birke gefällt werden, der weitere Baumbestand bleibt laut Bezirksamt erhalten. Die gesamten Kosten fallen auf die Hochbahn als Bauherren zurück. Die Anwohner seien über dieses Vorhaben rechtzeitig informiert worden, so die Sprecherin des Bezirksamtes.

Für Köhler und seine Nachbarn ein unverständliches Vorhaben: „Ein Jahr Bauzeit direkt vor der Haustür und nach fünf Jahren dasselbe noch mal als Abriss das wäre eine Zumutung.“ Oft komme so ein Fall nicht vor, weiß auch Kordys, aber das Gesetz sehe in Ausnahmefällen eine solche Möglichkeit vor.

Grafik: Hochbahn

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