20. November 2021
Hammerbrook

Sozialshop im modernen Gewand

Fairkaufwerk mit angeschlossener Textilwerkstatt und Schreibservice

Das breite und gut sortierte Angebot des Sozialshops enthält (Winter-) Jacken, Mäntel, Hosen, Pullover und Schuhe sowie Kinderspielzeug zu einstelligen Eurobeträgen (rechts Daniela Haine, die Leiterin des Projekts) Foto: Fraude

HAMMERBROOK Ein „Sozialshop“, der sich im modernen Gewand und auch „nachhaltig“ in der Außenwerbung als  „fairKaufWerk“ präsentiert, bereichert seit Februar den Stadtteil Hammerbrook.

„Bei den Nachbarn sind wir schon bekannt und der Standort ist attraktiv, auch weil wir hier gut angebunden sind“, berichtet Daniela Haine, die in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter diesen Laden als eine AGH (Arbeitsgelegenheiten)-Maßnahme mit drei Gewerken in der Friesenstraße 1-3 leitet. Dazu gehören neben dem Sozialshop eine Textilwerkstatt mit „Upcycling“-Produkten sowie ein Schreibservice.

Menschen mit geringem Einkommen (unterhalb von 1259,99 Euro) können hier Second-Hand-Kleidung für Damen, Herren, Kinder sowie Kinderspielsachen für einen niedrigen Kostenbeitrag erwerben.

Voraussetzung ist der Bezug von Arbeitslosengeld (ALG) II, Wohngeld, BaFöG, der Grundsicherung oder einer geringen Rente, was jeweils eines Nachweises bedarf. Selbige Voraussetzungen gelten für den Schreibservice, wo Kunden kostenfrei Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen, Reservieren von (Online-) Terminen zum Beispiel bei Behörden, bei Internetrecherchen sowie beim Aufsetzen von Bewerbungsunterlagen erfahren – eine Sozialberatung wird aber ausdrücklich nicht angeboten.

Upcycling

„Wir sind nicht gewerblich und unser Angebot besteht zu 100% aus Spenden“, betont Daniela Haine, zudem sehe man sich als „Trainingsraum in Vorbereitung auf den ersten Arbeitsmarkt“. So arbeiten hier ausschließlich AGH-Teilnehmende, um bei diesen wieder eine Grundarbeitsfähigkeit zu wecken, ihnen eine Tagesstruktur zu bieten und die Gelegenheit, unter Menschen zu kommen. Die Spendenbreitschaft sei sehr hoch; willkommen sind vor allem aussortierte, gut erhaltene Textilien für Groß und Klein und Kinderspielzeug, welches nicht mehr in Gebrauch ist. Zunächst unverkäufliche Sachen werden nicht weggeworfen, sondern eingelagert und in der nächsten Saison erneut angeboten. In einer Textilwerkstatt – dem dritten Gewerk – verwerten Beschäftigte im Sinne des „Upcycling“ gebrauchte Stoffe, Reißverschlüsse sowie Knöpfe von aussortierter Kleidung und nähen daraus neuwertige, „trendige“ Ware.

Der montags bis freitags zwischen 9.30 und 15 Uhr geöffnete Sozialshop ist die kleinere Variante eines seit elf Jahren in Harburg existierenden Sozialkaufhauses. Beide werden vom katholischen Träger In Via, welcher sich als Dienstleister in städtischen Sozialräumen engagiert, betrieben.

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