22. Mai 2021
Hammerbrook

Goldenes Jubiläum der Philatelisten

Eine Institution feiert

Bücher

Die Bibliothek hält ein Angebot von 28.000 Bänden und 7500 Zeitschriftenbänden aus dem In- und Ausland bereit Fotos: Fraude

HAMMERBROOK Schon der Name gebe manchmal Rätsel auf, räumt Sabine Schwanke, die langjährige Vorsitzende der Philatelistischen Bibliothek Hamburg, ein. „Philatelie“, das sei nicht nur der bildungssprachliche Begriff für „Briefmarkensammeln“, sondern umfasse in einem weiteren Sinne auch Post- und Kommunikationsgeschichte.

Die (erst) seit 2015 in Hammerbrook ansässige Bibliothek, deren Markenzeichen eine Eule ist, wirbt mit einem breit gefächerten Angebot von 28.000 Bänden – Handbücher, Spezialkataloge, Festschriften, Auktions- und Ausstellungskataloge – sowie über 7500 Zeitschriftenbänden der deutschen und internationalen Philatelie für sich. Das Angebot ist über einen Online-Katalog einsehbar; die Ausleihe erfolgt vor Ort in einem hinteren Gebäude der Basedowstraße 12 oder über die Fernleihe.

Am 29. Mai begeht der Verein, welcher 1971 aus hamburgweit verstreuten kleineren Bibliotheken hervorging und im Gegensatz zu ähnlichen Spezialbibliotheken in Berlin, München und Frankfurt lediglich von ehrenamtlich engagierten Menschen ohne staatliche Unterstützung getragen wird, sein 50. Jubiläum. Geplant ist ein „Tag der offenen Tür“ mit Bücherflohmarkt, Informationsständen von Arbeitsgemeinschaften sowie einem Sonderpostamt der Deutschen Post, das einen Sonderstempel zum Jubiläum präsentieren wird. Eine echte Besonderheit stellt der für den Tag als „Eyecatcher“ ausgestellte „Hiroshima-Brief“ dar, eine Jubiläumsleihgabe des Bundes Deutscher Philatelisten. Diesen Brief, der heute als mahnendes Dokument gilt, fand man – verstrahlt, aber äußerlich kaum beschädigt – in der Nähe des Atombombenabwurfs über Hiroshima am 6. August 1945.

Auch wenn der Kreis der Philatelie-Interessierten im digitalen Zeitalter und im Lichte allgemeiner „Vereinsmüdigkeit“ eher rückläufig und auch das vor Ort erscheinende Publikum inzwischen älter ist, ist Sabine Schwanke um die Zukunft dieser Zunft nicht bange. Es werde auf nicht wenige Menschen immer einen Reiz ausüben, Dingen intensiv nachzugehen, die aus dem allgemeinen Rahmen fallen. Und selbst wenn die Post keine interessanten Marken mehr produziere, gebe es doch ein abgeschlossenes Sammelgebiet, dem zu widmen es sich lohne.

Aktuelle Infos: www.philatelistische-bibliothek.de/2021/05/wir-feiern-den-50-geburtstag/

 

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