20. November 2021
Hamm

Wochenmärkte sollen attraktiver werden

Kreativgesellschaft legt 40-Punkte-Plan vor

Der Billstedter Wochenmarkt ist bereits frühmorgens, zur Öffnungszeit, gut besucht. Ganz anders sieht es etwa auf dem Hammer Wochenmarkt aus Foto: Timm

HAMM/BILLSTEDT Für die Wochenmärkte des Bezirks Mitte sollen mehr Besucher gewonnen werden. Neue Ideen hat jetzt die mit der Erstellung von Konzepten beauftragte Kreativgesellschaft vorgelegt.

Der Unterschied könnte krasser nicht sein: An der Vogelstange in Hamm ist am Freitagmorgen kurz nach Öffnung des Marktes noch nicht viel los. Händler richten ihre Stände her, Publikum ist noch nicht zu sehen.
Wenige Kilometer stadtauswärts in Billstedt herrscht ein ganz anderes Bild: Zwischen Möllner Landstraße und Billstedter Marktplatz ziehen – genaue Zahlen sind schwer zu schätzen – Hunderte Kunden von Stand zu Stand.

Und wie jeden Freitag steigen viele Einkaufswillige mit ihren Trolleys aus den Bussen aus und streben zu frischem Obst, Gemüse, Blumen und preiswerten Kleidern.
Schon in der letzten Legislaturperiode kam die Zukunft der Wochenmärkte auf die Tagesordnung der lokalen Politik (das Hamburger Wochenblatt berichtete). In der neu gewählten Bezirksversammlung wurde ein Ausschuss gebildet, der sich zunächst nur mit den Wochenmärkten befasste.

Der nächste Schritt war ein Auftrag für die Kreativgesellschaft, Konzepte zu entwickeln. Mit am Tisch saßen das Bezirksamt und der Landesverband des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller (LAGS).
Nun liegt ein Papier vor, das 40 Handlungsempfehlungen auflistet, wie die Wochenmärkte wieder attraktiver werden können. So soll es zum Beispiel einen Probierstand geben, für den man sich bewerben (E-Mail-Adressen: vs-maerkte-und-veranstaltungen@hamburg-mitte.hamburg.de; bezirksamt@hamburg-mitte.hamburg.de) und so eigene Produkte auf den Markt bringen kann.

Wie das Bezirksamt weiter informiert, könnten auch Abendmärkte stattfinden (die Berufstätigen mehr entgegenkommen würden).

Naheliegend ist auch das Vorhaben, eine Website für alle Märkte zu schaffen (derzeit sind es drei), um ein „geschlossenes und wiedererkennbares Auftreten“ zu erreichen. Auch die verschiedenen sozialen Medien könnte man nutzen, sie erreichen laut Kreativgesellschaft vor allem jüngere Zielgruppen. Sogar Influencer-Marketing (also Empfehlungen einflussreicher Social-Media-Akteure) käme infrage.

Ebenso naheliegend ist die Idee, ein „Kühlschrank-Leporello“ zu entwickeln. Auf dem Flyer, der an den heimischen Lebensmittelkühler geheftet wird, stünden Marktzeiten, Saisonkalender oder sogar Vorstellungen einzelner Händler. Das ist nicht alles: Plakate im Viertel, ein Wochenmarkt-Magazin, Modenschauen, Markt-Hoppings (wie die Lange Nacht der Museen) oder Kochshows würden ebenfalls passen.

Das 44-seitige Papier aus der Kreativgesellschaft enthält nicht nur Ideen möglicher Verbesserungen, sondern liefert auch eine recht genaue Untersuchung zur Gegenwart auf den Wochenmärkten. Jetzt muss man nur noch hingehen.

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