14. Mai 2022
Hamm

Begleitung im Kampf gegen die Drogen

Tag der offenen Tür im Suchtberatungszentrum

Die Räume wurden nach dem Umzug modern, hell und Klienten-gerecht gestaltet. Suchtherapeutin Liv Schindler ist schon seit 25 Jahren dabei Fotos: af

HAMM In einem unauffälligen Mehrfamilienhaus an der langgezogenen Hammer Landstraße firmiert seit Kurzem das „Seehaus“ Suchtberatungszentrum – ein Anlaufpunkt, den es (nicht nur) für die „klassische“ Suchtberatung an einem anderen Standort in Eilbek schon seit fast 30 Jahren gab.

Hier wird Unterstützung bei der Beratung von Angehörigen, Vermittlung von weiterführenden Maßnahmen wie Entzug, ambulante und stationäre Therapie und auch bei der Vermittlung an weitere Selbsthilfegruppen geboten. Betroffenen will man dabei helfen, sich in ihren Stärken zu erkennen, die Hintergründe ihres Suchtmittelkonsums zu reflektieren, Versuchungen zu widerstehen und sich körperlich und seelisch besser zu fühlen. Um dem Ziel näherzukommen, das eigene Leben auf längere Sicht planen und berufliche Perspektiven entwickeln zu können, wird von den Rehabilitanden eine körperliche Entgiftung und Bereitschaft zur Mitarbeit am Behandlungsprogramm erwartet – auch eine gültige Kostenübernahme des zuständigen Leistungsträgers gehört dazu.

Alkohol steht an erster Stelle

In den modernen neuen Räumen von „Seehaus“ in Hamm war zuvor auch schon eine Suchtberatungsstelle untergebracht, die zum gleichen Träger, der „Therapiehilfe gGmbH“ gehört und nun ihrerseits umgezogen ist. „Es wurde mehr Platz benötigt, weil wir so stark nachgefragt sind“ berichtet durchaus selbstbewusst Suchtberaterin Liv Schindler, die schon seit 25 Jahren für den Träger und seit sechs Jahren für „Seehaus“ arbeitet: „Wir sind gut organisiert und beraten die Menschen unmittelbar nach Bedarf.“ Im vergangenen Jahr wurden 593 Männer und 209 Frauen beraten und begleitet, wobei das Hauptkonsummittel der Betreuten die „legale Droge“ Alkohol ist.

Der engagierten, beim Träger auch als „systemische Kinderschutzfachkraft“ tätigen Mitarbeiterin ist zudem der Verweis auf das hier ebenfalls angesiedelte Projekt „Fitkids“ wichtig. Unterstützt durch Expertenwissen aus verschiedenen bundesweiten Kinderprojekten und begleitendenden Evaluationen hat man das mehrfach ausgezeichnete Programm „Netze knüpfen für Kinder suchtkranker Eltern“ am Standort etabliert. Mit dem systemischen Ansatz von „Fitkids“ wird ermöglicht, Mütter und Väter in ihrer Elternrolle zu unterstützen sowie den Kindern als Angehörige Hilfe anzubieten bzw. zu vermitteln.

Am Donnerstag, 19. Mai, von 12 bis 14 Uhr veranstaltet das Suchtberatungszentrum im Rahmen der Aktionswoche Alkohol einen Tag der offenen Tür zum Kennenlernen und zur Vorstellung seines Angebots. An diesem Tag erhält „Seehaus“ dann auch als erste Beratungsstelle in Norddeutschland das „Fitkids“-Siegel.

„Seehaus“ Suchtberatungszentrum, Hammer Landstraße 56, T 200 010 20 62 www.therapiehilfe.de/standorte/ambulantes-suchtberatungszentrum-seehaus

Suchtherapeutin Liv Schindler ist schon seit 25 Jahren dabei Fotos: af

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