16. Oktober 2021
Hamm

Abschied von der Dankeskirche

Auch Bischöfin Fehrs begleitet die Entwidmung. Abriss steht fest. Wohnprojekt soll folgen

Kirche

Nach Entwidmung und Abriss soll auf dem Gelände der jetzigen Dankeskirche ein „innovatives Wohnprojekt“ entstehen Foto: Dankeskiche

HAMM Eine „Abschiedswoche“ vom 16. bis 24. Oktober besiegelt die 126-jährige Geschichte der Dankeskirche an der Süderstraße im südlichen Hamm. In Anwesenheit von Bischöfin Kirsten Fehrs, Pröpstin Astrid Kleist und den Pastorinnen und Pastoren der evangelisch-lutherischen Hammer Kirchengemeinde findet am vorletzten Sonntag dieses Monats ein letzter Gottesdienst mit Entwidmung der Kirche statt, die später auch abgerissen wird.

Anschließend werden die liturgischen Gegenstände in einer Prozession aus der Dankes- in die Dreifaltigkeitskirche im Norden Hamms verbracht, wofür auch ein Bus bereitstehen wird. An der Dreifaltigkeitskirche am Horner Weg wird später das „Zentrum der Gemeinde“ sein, zumal die in der Nähe gelegene Pauluskirche am Quellenweg perspektivisch ebenfalls aufgegeben und eine neue Nutzung erfahren wird.

„Auch wenn es die Dankeskirche als Kirche der Gemeinde Hamm nicht mehr geben wird, sind wir weiterhin für die Menschen im Süden des Stadtteils da und ansprechbar“, betont Pastorin Marie-Luise Krüger, die seit 22 Jahren dort tätig ist und im Juni kommenden Jahres in den Ruhestand geht. Bis dahin möchte sie den für die Gemeindeglieder sicher nicht einfachen Übergang mitgestalten.

Was auf dem Gelände der Dankeskirche entstehen wird, sei noch unklar: „Wir sind mit der Lawaetz-Stiftung und in enger Abstimmung mit dem Kirchenkreis dabei, ein gutes und zukunftsfähiges Konzept zu entwickeln mit dem Ziel eines innovativen Wohnprojekts, das auch einen Gemeinschaftsraum für die Arbeit der Gemeinde umfassen soll“, so die engagierte Seelsorgerin.

Die historische Dankeskirche wurde an der Süderstraße/Ecke Kreuzbrook errichtet und 1895 eingeweiht. 1943 brannte sie beim „Feuersturm“ über dem Hamburger Osten völlig aus, aber nach dem Krieg begann auf dem Trümmergrundstück allmählich wieder kirchliches Leben. Die improvisierten Räume wurden 1963 durch einen Behelfsbau abgelöst, nachdem die Gemeinde ein Grundstück am jetzigen Standort gekauft hatte.

Dieser verschwand erst zum 100-jährigen Bestehen 1995, als ein neues Gemeindehaus eingeweiht wurde, was jenes 1974 entstandene mit angebautem Pastorat ersetzte. In die Altarwand wurden vier rote Steine in Kreuzform eingelassen, die Pastor Lütten 1973 noch aus der Ruine der alten Kirche gerettet hatte.

Die Entscheidung zur Aufgabe (auch) dieses Standortes war aufgrund immer weiter sinkender Mitgliederzahlen und Kirchensteuern aus Sicht des Kirchenkreises Hamburg-Ost unausweichlich geworden.

Näheres zum Programm der Abschiedswoche unter www.kirche-hamburg.de/gemeinden/ev-luth-kirchengemeinde-zu-hamburg-hamm.html

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