30. April 2022
Hamm

160 Millionen Kinder schuften täglich

Ausstellung in der Fabrik der Künste klärt auf

Das Mädchen Kushi beim Mica-Abbau, das Mineral sorgt für glänzende Autolacke und schimmernden Lidschatten Fotos: terre des hommes

HAMM Kosmetik, Elektrogeräte, Lebensmittel, Kleidung: Bei vielen Alltagsgegenständen sind Kinder in Entwicklungsländern an der Gewinnung der Rohstoffe oder Herstellung der Produkte beteiligt. Der Verbraucher wird darüber im Unklaren gelassen. Die Fabrik der Künste will den Fokus auf das Thema Kinderarbeit richten.

Das Mädchen Kushi hat keine Zeit, um zu spielen oder zur Schule zu gehen. Sie ist eines von weltweit 160 Millionen Kindern, die täglich in Minen schuften, Kleidung nähen, Kaffee pflücken oder in anderen Bereichen der Landwirtschaft arbeiten. 79 Millionen, so informiert die Ausstellung „Unser Alltag mit Kinderarbeit – von Auto bis Zucker“, die die Fabrik der Künste in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk terre des hommes zeigt, arbeiten unter gefährlichen und menschenunwürdigen Bedingungen.

Doch Kinderarbeit ganz abzuschaffen, ist zu kurz gegriffen – die Kleinen ernähren oft ihre gesamte Familie. Wenn sie nicht mehr arbeiten dürften, wäre das ein Katastrophe. Die Schau in der Fabrik der Künste zeigt daher nicht einfach berührende Fotos von arbeitenden Kindern, sondern deckt auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge auf, beleuchtet den Teufelskreis aus Armut und Kinderarbeit.

Erst wenn die Grundversorgung der ganzen Familie sichergestellt ist, gibt es für die Kinder die Option, eine Schulausbildung zu beginnen. Der Besucher wird sensibilisiert, an welchen Produkten möglicherweise Kinderarbeiter beteiligt sind, und wie jeder Einzelne durch sein Konsum- und Kaufverhalten zu einer Besserung der Situation beitragen kann. Begleitend gibt es ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und Diskussionsrunden. Am Donnertag, 5. Mai, ist um 19 Uhr terre es hommes-Botschafterin Margot Käßmann in der Fabrik der Künste.

Ab So 1. Mai, 16 Uhr (Vernissage mit Dagmar Berghoff), bis 12. Juni, di – fr 15 – 19 Uhr, sa/so 12 – 18 Uhr, Fabrik der Künste, Kreuzbrook 10, Eintritt: frei

Die Freude am günstigen Kleidungsstück schwindet, wenn man sich klar macht, dass der niedrige Preis häufig mit der Ausbeutung von Kindern erkauft wird

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