9. April 2021
Ausgabe Farmsen-Berne

Gefährliches Unkraut

Lokalpolitik ruft zum Kampf gegen Neophyten auf

Katja Rosenbohm und Jörg Meyer stehen im Staudenknöterich an der Alt-Rahlstedter Kirche Foto: rg

RAHLSTEDT Invasive Neophyten – das sind absichtlich oder versehentlich in unsere Gefilde eingeschleppte Pflanzen, die die einheimische Vegetation verdrängen. Dazu gehört der Riesenbärenklau, der nach Berührung bei Sonnenlicht Verbrennungen verursachen kann, aber auch der japanische Staudenknöterich und das Indische Springkraut.

Die letztgenannten beiden Arten sind durch die Wärme im April und den folgenden Regen in Rahlstedt an verschiedenen Orten zu sehen – und wachsen und verbreiten sich stetig weiter. Staudenknöterich und Springkraut finden sich unter anderem an der Berner Au und am Wandselauf, etwa hinter der Alt-Rahlstedter Kirche. Jetzt ist schnelles Handeln gefordert, sind sich die Fraktionen im Regionalausschuss Rahlstedt einig.

Jeder kann helfen

„Wir haben nur ein enges Zeitfenster, bevor diese Pflanzen blühen. Jetzt kann man sie erkennen und gut mit der Wurzel herausreißen“, sagt Katja Rosenbohm von den Grünen. Später droht nicht nur eine explosionsartige Ausbreitung, wobei heimische Pflanzen verdrängt werden. Der Staudenknöterich hat nur flache Wurzeln und befestigt die Ufer der Bachläufe deshalb nicht. „Es droht Erosion. Das Entfernen der Pflanzen dient also auch
dem Gewässerschutz“, ergänzt Jörg Meyer von der CDU.
Auch in vielen privaten Gärten sind die invasiven Neophyten zu finden. „Die Besitzer wissen das oft nicht“, sagt Rosenbohm: „Es ist ein Kampf gegen Windmühlen.“
Doch den nimmt die Rahl-stedter Politik jetzt dennoch auf. Zuerst sollen besonders befallene Stellen gemeldet werden. Dafür, so der Beschluss, soll das Bezirksamt mit Flyern und online über die entsprechenden Pflanzen informieren. Die Bevölkerung soll dann mithelfen, die ungebetenen Gäste zu entfernen. Die herausgerissenen Pflanzen sollen abgeholt oder in den Hausmüll geworfen werden. Auf chemische Mittel sollen sowohl die Profis als auch die freiwilligen Helfer verzichten.

Bezirksamt Wandsbek Management des öffentlichen Raumes, T 428 812 410
mr@wandsbek.hamburg.de
www.hamburg.de/wandsbek/gebietsfremde-pflanzen/

Auch interessant