18. Juni 2022
Farmsen

Wo tanke ich mein E-Auto auf?

Ladesäulen-Netz nicht zufriedenstellend ausgebaut

Es darf gezapft werden: öffentliche Ladesäule in der Straße Neusurenland (Farmsen) Foto: tel

Klimabewusste Bürger setzen auch beim Auto vermehrt auf E-Mobilität um dann festzustellen, dass das Netz von öffentlich zugänglichen Ladesäulen in Hamburg noch nicht flächendeckend ausgebaut ist.

So ist es gerade einer Leserin (61) aus der Hohnerkampsiedlung (Bramfeld) ergangen: „Wir haben uns ein elektrisch angetriebenes Auto gekauft und mussten dann feststellen, dass die nächste öffentliche Ladesäule Kilometer entfernt liegt“, berichtet die Leserin. „Um an mein geladenes Auto zu kommen, muss ich erst mal drei Stationen mit dem Bus fahren“, erklärt sie und ergänzt: „Ich gebe zu, man hätte sich vielleicht vorher informieren müssen. Ich werde jetzt mal bei meinem Vermieter, der Saga, nachfragen, ob eventuell bei uns in der Siedlung Ladesäulen geplant sind.“

Saga will Quartiere „solarisieren“

In der Tat: Die städtische Saga steht Wünschen nach E-Mobilität offen gegenüber: „Wenn Mieter von Saga-Stellplätzen E-Mobilität nutzen möchten, können sie sich an die zuständige Geschäftsstelle wenden. Wir prüfen dann Bedarf sowie bauliche und technische Möglichkeiten für ein Nachrüsten an den entsprechenden Standorten.“ Davon unabhängig plant die Saga zahlreiche Ladepunkte in ihren Tiefgaragen und auf ihren Außenplätzen. Es sollen sogar ganze Quartiere „solarisiert“, also mit Solarstromanlagen ausgestattet, und der gewonnene regenerative Strom für die E-Mobilität genutzt werden. Allerdings: „Die Installation von Ladesäulen im öffentlichen Raum ist keine originäre Aufgabe der Saga“, stellt die Wohnungsgesellschaft fest. Hier kann man nur auf die Stadt (Stromnetz Hamburg) oder private Anbieter bauen.

Stadt plant 100 neue Ladesäulen

Mit Stand 1. Mai waren insgesamt 1225 städtische Ladesäulen im öffentlichen Raum installiert. Bis 2025 sollen noch rund 100 Ladesäulen (mit 200 Ladepunkten) hinzukommen. Daneben gibt es private, aber öffentlich zugängliche Ladestationen beispielsweise an Supermärkten und Tankstellen. „Der Ausbau in diesem Feld nimmt immer weiter an Fahrt auf und wird die öffentliche Ladeinfrastruktur erheblich entlasten“, teilt die Wirtschaftsbehörde dem Wochenblatt mit.

Standortvorschläge für städtische Ladesäulen nimmt die Stromnetz Hamburg GmbH unter der Adesse e-charging-hamburg.de/standorte entgegen.

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