25. Juni 2021
Farmsen

Wie gefährlich ist die Mülldeponie?

Regionalausschuss fordert Aufklärung

Ein weites Feld: Sven Gerber, CDU-Vorsitzender Farmsen-Berne, auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie Foto: tel

FARMSEN Stellt die ehemalige Mülldeponie am Neusurenland gegenüber dem Strandbad Farmsen eine Gefahr für Menschen dar oder nicht? So ganz schlau wurde man als Zuhörer des Regionalausschusses bei diesem Thema nicht.

Die CDU hatte es mit einem Antrag auf die Tagesordnung setzen lassen. Sven Gerber: „Alle unsere Vorschläge wurden bislang abgelehnt. Jetzt wollen wir wenigstens von der Verwaltung den Planungsstand erfahren.“ So viel weiß man derzeit: Eine Wohnbebauung kommt nicht infrage, weil die Sanierung der Deponie viel zu teuer wäre (mindestens 190 Millionen Euro) und zu lange dauern würde (zwölf Jahre!). Die seit Jahren brach liegenden 46000 Quadratmeter wieder als Sportfläche zu nutzen oder in eine öffentliche Grünanlage zu verwandeln geht angeblich nicht wegen der Methan-Ausgasungen und Setzungen der Deponie.

Auch der Bau einer neuen Eissporthalle am Rande der ehemaligen Müllkippe wird vom Senat abgelehnt. Dabei gibt es nach Ansicht von Marc Buttler (SPD) „viele Ideen“, die man sich vorstellen könne. Doch welche die rot-grüne Koalition bevorzugt, hat sie bislang nicht erklärt. Zunächst soll eine versprochene Bürgerbeteiligung abgewartet werden, bevor man mit eigenen Vorschlägen rüberkommt. Allerdings ist bislang auch keine Informationsveranstaltung terminiert.

„Da wurde viel verklappt, unter anderem Flüssigkeiten der Chemie- und Ölindustrie“, erklärte Oliver Schweim (Grüne), um aber gleich nachzuschieben: „Für Menschen, die sich dort aufhalten, besteht keine Gefahr.“ Die Deponie wird ständig überwacht. Gutachterlich wurden in der Grundwasserfahne gefährliche Stoffe wie Chlorbenzole, Arsen und Venylchlorid nachgewiesen. Allerdings heißt es in einer Antwort des Senats auf eine CDU-Anfrage auch: „Das Ausmaß der Verunreinigung erfordert derzeit keine Sanierungsmaßnahme.“

In der Praxis ist die zwar eingezäunte, aber an einem Tor offene Fläche längst zur Gassi-Meile für benachbarte Hundebesitzer geworden. Immerhin ist nun die Lokalpolitik einen Schritt vorangekommen: Das Bezirksamt soll dem Sachstand abfragen und den Ausschuss unterrichten.

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