15. Januar 2022
Farmsen

Vereinszoff in Farmsen geht weiter

Abwahl-Versammlung wurde abgesagt

Steht erneut in der Kritik: Dr. Jens Dreyer Fotos: tel

FARMSEN Der Zoff um den Farmsener Biologen Dr. Jens Dreyer (55) geht weiter: Nachdem der Bürgerverein Farmsen-Berne seinen 1. Vorsitzenden nach dreimonatiger Amtszeit abgesetzt hatte (das Wochenblatt berichtete), wollen nun auch viele Mitglieder des Farmsener TV ihren 2. Vorsitzenden loswerden und beantragten dafür eine außerordentliche Mitgliederversammlung für den 12. Januar.

Zur Einladung gab es eine vierseitige Begründung mit massiven Vorwürfen gegen Dreyer. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, „persönliche Angriffe“ gegen Mitarbeiter/-innen der Geschäftsstelle, Abteilungsleiter und andere Mitglieder geführt zu haben. So soll Dreyer unter anderem die Vereinssekretärin „in lautstarkem Ton“ aufgefordert haben, die Vereinstoiletten regelmäßig zu reinigen. Sie lehnte das Ansinnen ab und kündigte stattdessen, berichten
Dreyer-Kritiker.

Dreyer soll auch versucht haben, einen Vorfall unter den Teppich zu kehren, bei dem ein jugendliches Vereinsmitglied auf dem TV-Fußballplatz ein anderes mit einem Messer bedroht haben soll. Vor allem aber stören sich die Kritiker an „vereinsschädigendem Verhalten“: So habe Dreyer versucht, die Eishockey-Abteilung (inklusive der Oberliga-Mannschaft „Crocodiles Hamburg“) sowie das Lehrschwimmbecken am Bramfelder Weg zu veräußern.

Auch der „ruppige und unangemessene“ Ton, den Dreyer sowohl verbal wie in Mails gegenüber anderen Vereinsmitgliedern anschlage, steht auf der langen Liste der angeblichen Dreyer-Sünden. „Die Abteilungsleiter, die Dreyer abwählen wollen, repräsentieren etwa zwei Drittel der rund 2300 Vereinsmitglieder“, erklärte ein Funktionär (Name ist der Redaktion bekannt) dem Wochenblatt.

Das Wochenblatt hat Dreyer aufgefordert, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen – bislang vergeblich. Geantwortet hat darauf der 1. Vorsitzende Horst Jagemann: „Dass Herr Dreyer die Eishockeyabteilung und das Lehrschwimmbecken verkaufen möchte, ist an den Haaren herbeigezogen.

Über den angeblichen Verkauf des Lehrschwimmbeckens hörte ich von unserer 3. Vorsitzenden. Auf die Antwort zu meiner Frage, woher sie das habe, warte ich heute noch.“
Zuletzt beantragten zehn von 16 Abteilungsleitern sowie vier Jugendwarte eine außerordentliche Mitgliederversammlung.

Kurz vor Redaktionsschluss informierte der Vorstand die Mitglieder, dass die Versammlung nicht stattfinden könne. Jagemann: „Die Versammlung ist formell nicht richtig eingeladen worden. Außerdem bestünde wegen Corona die Gefahr, dass die Veranstaltung abgebrochen werden müsste, wenn zu viele Mitglieder kommen und die vorgeschriebenen Abstände nicht mehr eingehalten werden könnten.“ Jagemann kündigte an, einen neuen Corona-konformen Termin für eine außerordentliche Mitgliederversammlung zu suchen.

Will weiter mit Dreyer zusammen-arbeiten:
1. Vorsitzender Horst Jagemann Foto: tel

Auch interessant