16. Juli 2021
Farmsen

Lehrschwimmbecken: dicht, aber teuer

Thomas Iwan: Hier muss sofort gehandelt werden

Fordert eine schnelle Sanierung: Thomas Iwan vor dem Haus des FTV-Lehrschwimmbeckens Foto: tel

Fordert eine schnelle Sanierung: Thomas Iwan vor dem Haus des FTV-Lehrschwimmbeckens Foto: tel

FARMSEN Mehr als eineinhalb Jahre lang war der Betrieb der beiden Farmsener Lehrschwimmbecken auf dem ehemaligen BFW-Gelände nahe der August-Krogmann-Straße und am Bramfelder Weg wegen Corona unterbrochen.

Jetzt scheint die Corona-Krise bewältigt zu sein, aber der Schwimmunterricht für Kinder und Schüler rückt in weite Ferne, denn die Anlage am Bramfelder Weg (Betreiber ist der Farmsener TV), die ihre Heizenergie von der benachbarten Grundschule Surenland bezieht und jüngst mehrfach von Defekten heimgesucht worden war, muss wegen dringender Reparaturarbeiten für längere Zeit schließen. Und das BFW-Bad macht nach Eigentümerwechsel zum Jahresende endgültig dicht, wie das Wochenblatt bereits berichtete. In dieser Situation beklagt Thomas Iwan, Bezirksabgeordneter der Linken, dass sich das Sanierungsvorhaben am Bramfelder Weg immer weiter verzögere, „weil offenbar die Bewilligung der Gelder nicht in die Gänge kommt“.

Es geht einerseits um Reparaturen und den barrierefreien Ausbau der Einrichtung. Inzwischen aber hat sich herausgestellt, dass auch das Siel auf dem Grundstück defekt ist und saniert werden muss. Und wann starten die Bauarbeiten? „Das weiß niemand“, antwortet der FTV-Vorsitzende Horst Jagemann zerknirscht. „Hier muss jetzt unbürokratisch und schnell geholfen werden“, fordert Thomas Iwan.

Nach dem Ende der Pandemie hatte man am Bramfelder Weg noch versucht, durch zusätzliche Zeiten den Corona-Rückstand beim Nachwuchs aufzuholen. Prompt gab es Probleme mit der Energieversorgung, und das Bad musste außerplanmäßig schließen. Iwan: „Das Bad war über ein Jahr lang dicht. In der Zeit hätte man gut und gerne alle wichtigen Reparaturen vornehmen können, denn die Situation ist seit Langem bekannt.“ Den Farmsener TV hat der Stillstand viel Geld gekostet. Jagemann: „Wir haben in 2020 rund 14.000 Euro und 2021 schon etwa 7000 Euro allein für Reparaturen in die Anlage gesteckt, ohne in Betrieb zu sein. Zusätzlich sind uns durch Corona rund 150.000 Euro Einnahmen entgangen. Kommentar Iwan: „Hier wird der Betreiber im Regen stehen gelassen.“

„Keine Panik: Das Lehrschwimmbecken in Farmsen ist nicht die einzige Möglichkeit für Kinder im Bezirk Wandsbek, um Schwimmen zu lernen“, rät Grünen-Fachsprecherin Katja Rosenbohm und zählt die Bäderland-Einrichtungen in Rahlstedt, an der Wendemuthstraße und der Fabriciusstraße als Alternativen auf. „Das Schulschwimmen ist gesichert, es wurde sogar ein Extra-Schwimmpaket von der Bürgerschaft aufgelegt“, so Rosenbohm. Für Sanierung und barrierefreien Umbau der FTV-Anlage werden laut Koalition Bundes- und Landesmittel eingesetzt und auch für die Sielsanierung Mittel zur Verfügung gestellt. Fragt sich nur, wann der Bau losgeht.

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