4. September 2021
Farmsen

„Hacker School“ begeistert Gymnasiasten

Hamburger Arbeitsamtschef Sönke Fock wirbt für den IT-Nachwuchs

Haben IT bislang eher zum Spielen und Chatten genutzt: Ariana Muncef (links) und Bentje Harzer (beide 15) Foto: tel

FARMSEN Das war eine Hamburg-Premiere: Sönke Fock, Chef der Bundesagentur für Arbeit in der Hansestadt, trug erstmals die aktuellen Zahlen des Arbeitsmarktes aus einem Klassenzimmer des Gymnasiums Farmsen vor.

Der Hintergrund: Die Arbeitsagentur unterstützt das neue Programm der gemeinnützigen Gesellschaft „Hacker School“: Geschäftsführerin Dr. Julia Freudenberg: „Unsere Lehrer kommen alle aus der Praxis, ob aus der Uni oder der Wirtschaft. Wir wollen mit Workshops das Interesse der Schülerinnen und Schüler an IT-basierten Berufen wecken.“ Bei Steffi Weisener, Schulleiterin des Gymnasiums Farmsen (780 Schüler), und Sönke Fock rannte Freudenberg mit dieser Idee offene Türen ein. Derzeit fehlen in Deutschland rund 150.000 IT-Fachleute. Und das Defizit wird immer größer, wenn man dagegen nichts tut, meint Fock. Er unterstützt deshalb berufsorientierende Projekte dieser Art: „Allein in Hamburg gibt es mehr als 300 Ausbildungsberufe. Aber man kennt höchstens ein Dutzend.“ „Mit der Berufsorientierung fangen wir schon in Klasse sechs an“, erklärte die Schulleiterin. Und, so die Fachleute: Es wird bald kaum noch einen Beruf geben, in dem fundierte IT-Kenntnisse nicht erforderlich sind.

In Farmsen durften sich die 20 Eleven der MINT-Klasse (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) 10 C, angeleitet von Experten der Hacker School, an ersten Programmierschritten versuchen. Und die Sache scheint zu funktionieren, bilanziert Freudenberg: „Besonders die Mädchen haben offensichtlich viel mehr Spaß daran, als vorher gedacht.“ Die Hacker School, die auch vom Arbeitgeberverband Nordmetall und der Joachim-Herz-Stiftung unterstützt wird, will nach dem Erfolg in Farmsen erst richtig loslegen: Wir haben uns vorgenommen, im nächsten halben Jahr rund 2500 Schülerinnen und Schüler an 25 Hamburger Schulen mit unserem Programm zu erreichen.

Und auch Steffi Weisener war hoch zufrieden: „Dank der Hacker School lernen unsere Jugendlichen den Schritt vom reinen Anwender zum Gestalter kennen und erhalten Einblicke in die digitale Arbeitswelt.“

Für eine Zukunft mit IT (v. l.) Julia Freudenberg, Sönke Fock und Steffi Weisener Foto: tel

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