7. Januar 2023
Farmsen

„Das Strandbad wird nicht untergehen“

Unruhe im Team nach Rücktritt. Wahl im Februar?

Da war die Strandbad-Welt noch in Ordnung: das Team von 2019 mit (v. l.) Wolfgang Zink (2. Vorsitzender), Hans-Otto Schurwanz, Hartmut Ebert (Badleiter), Jens Schebitz (Vorsitzender) und Denise Schebitz (Schriftführerin) Foto: tel

FARMSEN Das ist ein Schock für Freunde und Helfer des Strandbades Farmsen: Nach rund 20 Jahren als rühriger Vorsitzender des Betreibervereins ist Jens Schebitz (60) zurückgetreten. Auch seine Tochter Denise, bis dato Schriftführerin des „Vereins Strandbad Farmsen e. V.“, der die beliebte Einrichtung (jährlich rund 20.000 Badegäste) einst von Bäderland übernommen hatte, trat von ihrem Ehrenamt zurück.

Den Anlass dazu bildete offenbar der Streit um einen Vertrag zur Ausrichtung der Osterfeuer-Feier auf dem Gelände des Strandbads am Neusurenland. Ob der Anlass mit der Ursache für die Rücktritte gleichzusetzen ist, bleibt allerdings fraglich. Tatsache ist, dass Handwerksmeister Schebitz mit einem Veranstalter einen Fünf-Jahres-Vertrag über die Ausrichtung des Osterfeuers abgeschlossen hatte – ohne Rücksprache mit dem Gesamtvorstand, in dem auch der frühere langjährige Vorsitzende des Bürgervereins Farmsen-Berne, Hans-Otto Schurwanz (80), als Beisitzer Sitz und Stimme hat. Laut Schurwanz wurde der Vertrag lediglich von Schebitz unterschrieben, nach Satzung wären jedoch mindestens zwei Vorstandsunterschriften für die Gültigkeit nötig gewesen. Auch sei man nicht über die Dauer der Vereinbarung unterrichtet worden.

Dabei hatte der Vorstand – so ist in einer Mitgliederinformation zu lesen – der Betreiberin des Strandbad-Kiosks den Zuschlag für das Osterfeuer versprochen. Schebitz gibt seinerseits zu, „einen Fehler“ gemacht zu haben, für den er sich entschuldigt habe. „Allerdings wurden mir in Zusammenhang mit dem Vertrag unlautere Motive unterstellt. Da blieb für mich nur noch der Rücktritt“, erklärte er dem Wochenblatt. „Das klingt mir sehr nach einer Rechtfertigung“, konterte Schurwanz: „Weder hat der Vorstand Jens Schebitz unlautere Motive unterstellt, noch seinen Rücktritt gefordert.“
In Gesprächen mit den Kontrahenten schälte sich dann jedoch heraus, dass es offensichtlich schon seit Längerem im Vereinsvorstand grummelt. Da ging es beispielsweise um die gescheiterte Wiederwahl einer Frau in den Vereinsvorstand im vergangenen Sommer. Die Kandidatin galt als Kritikerin von Schurwanz.

Dieser fordert nun eine baldige Sanierung der maroden Strandbad-Bereiche (Umkleidekabinen, Duschen): „Dort ist zehn Jahre lang nichts unternommen worden“, so Schurwanz zum Wochenblatt. In diesem Zusammenhang kritisiert Schurwanz auch die Vorgehensweise von Schebitz: „Unser Vertrag mit Bäderland gilt immer nur für ein Jahr. Wenn man das ändern will, darf man nicht mit einem Sachbearbeiter sprechen sondern muss mit dem Bäderland-Vorstand verhandeln.“ Schurwanz kündigt jetzt voraussichtlich für Februar eine Mitgliederversammlung an, auf der sich ein „Team der Zukunft“ mit einem „Konzept für die Zukunft“ präsentieren werde.

Er selbst werde nicht für den Vorsitz, höchstens als Beisitzer kandidieren und verspricht: „Die neue Mannschaft wird schlagkräftig sein, und das Strandbad nicht untergehen.“

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