13. November 2021
Farmsen-Berne

Neuer Vorschlag mit drei Spuren

Rechenspielchen um den Berner Heerweg

Der Umbau des Berner Heerwegs ist in der Bezirks-politik umstritten Foto: tel

FARMSEN/BERNE In Sachen Ausbau des bislang vierspurigen Berner Heerwegs zwischen den U-Bahnhöfen Berne und Farmsen brodelt es ordentlich in der Wandsbeker Kommunalpolitik.

Während die Koalition aus SPD und Grünen den Autofahrern zwei Fahrspuren abnehmen und den gewonnenen Platz Radfahrern und Grünflächen zuschlagen will, wehrt sich die oppositionelle CDU dagegen. Gleichzeitig werden Rad- und Gehwege erneuert, nachdem schon die Fahrbahnen eine nagelneue Decke bekommen haben. Allein die Planungskosten für die Arbeiten, die in wenigen Jahren erneut begonnen werden müssen, beliefen sich laut Senat auf rund 480.000 Euro. Das Bezirksamt erklärt die aktuellen Arbeiten mit einer Verkehrssicherungspflicht. Kritiker haben eine andere Theorie: Danach soll das Bezirksamt die in der ursprünglichen Planung (vier Fahrspuren) ausgeschriebenen Bauarbeiten bereits vergeben haben, bevor Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) Einspruch erhob und eine Neuplanung durchsetzte.

CDU vermutet Tricks

Getrickst wurde nach Ansicht der CDU bei der Online-Bürgerbeteiligung, die kurzfristig um eine Woche verlängert wurde. Ralf Niemeyer (CDU): „Meine Frage nach den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung bis zum 27. September an die Behördenvertreter im Planungsausschuss konnten diese nicht beantworten.“ Das Bezirks-amt als Bauherr hatte den Bürgern fünf Planungsvarianten für den Berner Heerweg vorgelegt: Die Varianten B bis E gehen alle von reduzierten Fahrspuren aus, nur in der Variante A bleibt es bei vier Spuren. Die Befürworter der Neuplanung errechnen nun eine Zustimmung der beteiligten Bürger für eine Reduzierung der Fahrspuren, und zwar wie folgt: Variante B = 102 Stimmen, C = 401, D = 150 und E = 857.

Das macht zusammen 1510 Stimmen für eine Fahrspuren-Reduzierung. Dazu Grünen-Fachsprecher Jan Otto Witt: „Bei der Online-Befragung gab es zwar eine einfache Mehrheit für vier Spuren, aber eine absolute Mehrheit hat sich für eine Reduzierung der Fahrspuren ausgesprochen.“ Die CDU rechnet dagegen, dass sich 1172 Personen für die Variante A (vier Spuren) und nur 857 (E) für die beste Variante mit zwei Spuren ausgesprochen haben.

An den Knotenpunkten soll es bei vier Spuren bleiben, nun gibt es einen neuen Vorschlag. Danach soll die Straße auf drei Fahrspuren reduziert und dem Verkehrsaufkommen angepasst werden: morgens zwei Fahrspuren in Richtung City, abends zwei Spuren in die Gegenrichtung.

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