7. Mai 2022
Farmsen-Berne

Flüchtlinge kommen nach Farmsen

Gebäude des Berufsförderungswerks sind hergerichtet. Staatsrätin besucht Standort

Auf dem ehemaligen BFW-Gelände sollen bis zu 600 Flüchtlinge untergebracht werden Foto: tel

FARMSEN-BERNE In den nächsten Tagen werden die ersten ukrainischen Flüchtlinge in ehemalige Gebäude des Berufsförderungswerkes (BFW) am Marie-Bautz-Weg einziehen. Darüber hat die Staatsrätin der Sozialbehörde, Petra Lotzkat, den zuständigen Regionalausschuss informiert.

In den neuen Farmsener Unterkünften können nach Informationen des Wochenblatts bis zu 600 Geflüchtete einziehen. Im März dieses Jahres hatte sich nach Lotzkat die Situation für Hamburg ähnlich dargestellt wie in den Jahren 2015 und 2016. Zeitweilig kamen in der Hansestadt weit über 1000 Flüchtlinge pro Tag an, in der Spitze sogar rund 1300.

Insgesamt sollen bis Ende April rund 20000 Geflüchtete aus der Ukraine in der Hansestadt angekommen sein. Dazu käme bereits seit Herbst vergangenen Jahres eine erhöhte Zuwanderung aus Afghanistan sowie sogenannte Sekundär-Migranten, die wegen der schlechten Situation in Griechenland nicht dorthin zurück geschickt werden dürften. Inzwischen aber, so Lotzkat, funktioniere auch bei den Ukrainern der sogenannte Königsteiner Schlüssel wieder, der die Verteilung von Flüchtlingen auf die einzelnen Bundesländer regelt: So seien bis Ende April rund 3500 Personen weiter verteilt worden, rund 16000 verblieben zunächst in Hamburg. Öffentlich untergebracht waren bis zu 5600 Menschen, darunter zahlreiche Flüchtlinge beispielsweise „nur für ein paar Tage“ in den Messehallen, während 3000 Personen in Hamburger Hotels ein erstes Quartier fanden. Darüber hinaus konnten viele Flüchtlinge privat unter kommen. Im Unterschied zu 2015 sind nach Mitteilung der Staatsrätin jetzt zwei Drittel der Flüchtlinge Frauen, viele mit Nachwuchs: Rund 1600 Kinder im Kita-Alter sowie 3500 Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter seien darunter. Nach wie vor werden weitere Quartiere und ehrenamtliche Helfer gesucht.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir das Quartier am Marie-Bautz-Weg nutzen dürfen“, erklärte die Staatsrätin. Die entsprechenden Vereinbarungen seien vertraglich bis zum 30. September 2025 geschlossen. Zusammen mit der AWO, die am Marie-Bautz-Weg bereits ihr Kinder- und Familienhilfezentrum (KiFaZ) betreibt, sollen vor Ort Räume für soziale Betreuung, Sprachkurse und Hausaufgabenhilfe genutzt werden. Es fehle allerdings ein großer Spielplatz auf dem Farmsener Gelände. Die Staatsrätin bedankte sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern, die den Flüchtlingen einen herzlichen Empfang in Hamburg geboten haben: „Ohne die Strukturen von 2015, ohne die Netzwerke, die in kürzester Zeit reaktiviert worden sind, hätten wir das Ganze nicht geschafft“, erklärte Petra Lotzkat.

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