30. September 2021
Berne

Kampf um Fahrspuren auf Berner Heerweg

Bezirksamt informiert über Umbaupläne der vierspurigen Magistrale

Versammlung

Bürgerbeteiligung in Farmsen: neben der Präsenzveranstaltung gab es eine Live-Übertragung im Internet Foto: tel

BERNE   Mit erheblichem technischen Aufwand hat am Montag eine Informations- und Beteiligungsveranstaltung des Bezirks-amtes Wandsbek zum geplanten Umbau des Berner Heerwegs stattgefunden. Das Bezirksamt hatte zuvor rund 20.000 Einladungen als Hauswurfsendungen verteilt, außerdem schon im Vorfeld eine Online-Information und -befragung durchgeführt.
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Es geht um den drei Kilometer langen Abschnitt der vierspurigen Magistrale (Belastung: rund 25.000 Fahrzeuge pro Tag) zwischen August-Krogmann-Straße (Farmsen) und der Berner Brücke. Mit dabei waren rund 40 Anwohner und Interessierte in der Karl-Schneider-Halle sowie rund 25 Personen via Internet. Der Straßenabschnitt soll Teil der Veloroute 6 werden. Ursprünglich war eine Sanierung der Strecke ohne Veränderung des Straßenquerschnitts geplant. Der neue Verkehrssenator Anjes Tjarks stoppte dann allerdings die fertigen Pläne und setzte durch, dass neue Richtlinien angewendet werden, die möglichst eine baulich abgetrennte Radverkehrsführung vorsehen. Die für 2021 vorgesehene und bereits ausgeschriebene Sanierung der Straße wurde dann zu einer Verkehrssicherungsmaßnahme mit einer Erneuerung lediglich der Deckschicht (inzwischen weitgehend abgeschlossen) herabgestuft.

5 Planungsvarianten

Das Bezirksamt stellte nun in dieser Woche fünf verschiedene Planungsvarianten vor. Nur bei Variante A bleiben die vier Fahrstreifen für den Autoverkehr erhalten. Bei den Varianten B bis E gibt es nur noch zwei Fahrstreifen (eine pro Richtung), während dem Radverkehr und dem Begleitgrün zum Teil wesentlich mehr Fläche eingeräumt werden. Zustimmung und Kritik im Forum hielten sich die Waage. „Hier werden die Autofahrer totgeschwiegen“, platzte es aus einem Kritiker heraus. Außerdem gab es erhebliche Befürchtungen, dass sich die fast täglichen morgendlichen Staus an den Knotenpunkten durch die Reduzierung der Fahrstreifen erheblich verlängern könnten. Das könnte dazu führen, dass sich Autofahrer Schleichwege suchen, beispielsweise über Bekassinenau, Neusurenland, Bramfelder Weg oder Heukoppel. Keine Antworten gab es auf die Frage nach den Kosten der Baumaßnahme und den Ergebnissen der Online-Befragung, deren Dauer kurzfristig verlängert worden war. Die nächsten Schritte sind die Befragung der Träger öffentlicher Belange und eine Behandlung im zuständigen Fachausschuss. Die Realisierung ist für 2024 vorgesehen.

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