27. Mai 2020
Berne

Gartenstadt-Häuser vor Abriss

CDU kritisiert die Genossenschaft. Mitglied hatte geklagt und verloren

Dieses Doppelhaus am Meiendorfer Stieg wird demnächst abgerissen Foto: tel

BERNE In der Gartenstadt Berne wird ernst gemacht: Der Vorstand der Genossenschaft hat in einem Schreiben an Mitglieder den Abriss der ersten zwei Doppelhäuser für Anfang Juni angekündigt.

Zur Erinnerung: Die 34 Wohneinheiten zwischen Berner Heerweg und Meiendorfer Stieg waren im Jahr 2003 von der Unterschutzstellung der Siedlung (540 Wohneinheiten) ausgenommen worden, weil der Vorstand der Gartenstadt dem Denkmalschutzamt gegenüber erklärt hatte, dass eine Sanierung und Erhaltung dieser Häuser wirtschaftlich nicht zumutbar sei.
Freiluft-Museum?

Kritiker in der Gartenstadt haben dagegen immer wieder darauf hingewiesen, dass sich die betroffenen Gebäude weder vom Alter noch von Stil und Substanz her vom Rest der Siedlung unterschieden. Die örtliche CDU kritisiert das Vorgehen der Genossenschaft. Sie möchte aus den bereits leer stehenden Häusern (zuletzt elf Wohneinheiten) ein Freiluft-Museum unter dem Motto „Future live“ als stadtplanerisches Vorzeige-Projekt machen. Auch die damalige Entscheidung des Denkmalamtes wird von den Christdemokraten erneut infrage gestellt.

Auffällig sei, dass alle angeblich nicht denkmalschutzfähigen Häuser auf einer Fläche an der Magistrale liegen. Der CDU-Ortsvorsitzende Gerald Neubauer: „In einem Gespräch mit dem Vorstand der Genossenschaft wurde angesprochen, dass ein Neubau frühestens in sieben bis zehn Jahren zu erwarten sei. Anscheinend geht es hier nur darum, unumstößliche Fakten zu schaffen.“

Dagegen verteidigt Sönke Witt, geschäftsführender Vorstand, das Vorgehen: „Die Genossenschaft hat bereits 2016 in gemeinsamen Beschlüssen von Vertreterversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand über den Abriss der Häuser und eine mögliche Überplanung entschieden. Unser Mitglied Ralf Niemeyer wollte die demokratische Entscheidung nicht akzeptieren, klagte dagegen und verlor.“ Und weiter: „Die Genossenschaft hatte die notwendigen Sanierungskosten per Gutachten evaluiert. Die Sanierungskosten überstiegen die Neubaukosten, ohne dass eine grundlegende Substanzverbesserung erzielt werden konnte.“

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