29. Mai 2021
Rotherbaum

Einladung ins Hotel

Drei Künstlerinnen malen Hamburg im Lockdown

Corinna Weiner vor dem Dammtor Bahnhof
Foto: Barbara Kloth, Galerie im Elysée

ROTHERBAUM Hotels geschlossen, Künstler in Not – diese beiden betrüblichen Corona-Folgen münzte die Galeristin und Kunstsammlerin Christa Block kurzerhand zu einer Kunst-Aktion um: Für zwei Wochen durften drei Künstlerinnen ins Hotel Elysée ziehen und sich voll und ganz ihrer Kunst widmen.
.
Genießen konnten diesen „Freiraum“ Philippa Brück, Miriam Hilker und Corinna Weiner. Die drei Malerinnen wurden unter insgesamt 60 Bewerberinnen und Bewerbern von einer Jury ausgewählt. Die Werke der Künstlerinnen, die in der Hotelzeit entstanden sind, sollen im Juni in einer Ausstellung in der hoteleigenen Galerie gezeigt werden. Das Thema: „Hamburg im Lockdown“.
.
„Die Pandemie und die damit einhergehenden Lockdowns haben die gewohnte Normalität zum Stillstand gebracht und für die meisten von uns eine neue alltägliche Lebenswirklichkeit geschaffen“, sagt Christa Block. „Ich bin überzeugt davon, dass solche außergewöhnlichen Situationen bei Künstlerinnen und Künstlern eine besondere Kreativität freisetzen. Die Idee der Kunstzimmer verbindet beides miteinander: meinen Wunsch, Künstler auch in diesen besonderen Zeiten zu fördern, und mit dem Thema ‚Hamburg im Lockdown‘ ein Stück Zeitgeschichte einzufangen.“ Das Atelierstipendium für den zweiwöchigen Aufenthalt inklusive Verpflegung wurde über Social-Media-Kanäle, an norddeutschen Kunsthochschulen und die Berufsverbände bildender Künstler ausgeschrieben.
.
Die drei ausgewählten Künstlerinnen waren frei in ihrer Umsetzung des Themas, einzige Vorgabe war das gegenständliche Arbeiten und die Verarbeitung der Besonderheit der aktuellen Situation. Miriam Hilke aus Göttingen durchstreifte auf Motivsuche die Stadt und skizzierte ihre Eindrücke. Auch nach ihrer Hotelzeit entstanden aus diesen Skizzen weitere Arbeiten im Atelier. Ihre Kollegin aus Berlin hat ihre Staffelei direkt vor den Motiven im Freien aufgebaut und losgelegt. Motive waren der Dammtor Bahnhof und St. Pauli im Lockdown. Philippa Brück ist in Hamburg zu Hause, sie studiert an der HAW. Das Kunstzimmer im Hotel nutzte sie als Atelier und malte an zwei großen Leinwänden gleichzeitig. Wenn die fertigen Bilder in der Ausstellung zu sehen sind, ist der Lockdown hoffentlich schon bald überstanden.

Auch interessant